Am Montag kam ich schließlich an meinem endgültigen Ziel Sanaa
an. Nach den Eindrücken von Dubai machte der Flughafen auf mich einen
sehr provinziellen Eindruck. Wie schon in Dubai, hat man auch hier
große Angst vor der Schweinegrippe. Bei der Einreise musste ein
Formular zur gesundheitlichen Situation ausgefüllt werden und bei
jedem wurde Fieber gemessen. Die eigentliche Einreise war
unkompliziert. Ausweis zeigen, Visum checken und netten Aufenthalt im
Jemen. Beim Verlassen des Zoll gab es dann eine Gepäckkontrolle, wie
man sie üblicherweise beim Betreten der Gates erlebt. Ich holte danach
meine Koffer und zum ersten Mal überhaupt fragte mich jemand nach den
Nummern am Gepäck. Vor dem Verlassen des Gebäudes musste jeder
nachweisen, dass das Gepäck wirklich ihm gehört. Ich finde das
durchaus sinnvoll, denn an sich kann jeder beliebige Gepäckstücke vom
Band nehmen und davon spazieren.
Am Ausgang wurde ich dann schon erwartet und mit dem Auto ging es
Richtung Innenstadt. Mein Abholer warnte mich vor, dass der Verkehr
mit europäischen Verhältnissen nicht zu vergleichen ist. In der Tat
rutschte mir auf der Fahrt und auch in den späteren Tagen mehrere Male
das Herz in die Hose. Der Reiseführer Lonely Planet schrieb zur
Verkehrslage in Jemen: Accidents are common.
und ich kann das
bisher nur bestätigen. Pro Tag sah ich einen Unfall bzw. die gerade
abgeschleppten Überreste.
Meine Unterkunft ist das Sky Home Hotel. Das liegt direkt am
Gebäude der Saba Fon Company. Das heißt, ich konnte mir schnell eine
SIM-Karte beschaffen, um lokal zu telefonieren. Das Hotel hat vier
Sterne und bisher wird es denen gerecht. Für Reisende, die westliche
Standards mögen, kann ich das Hotel empfehlen.
Später am Abend spazierte ich noch ein wenig durch die Stadt. Dort
begegnete ich dann der erste Mal dem typischen Bild. Männer, die ihren
Djambija am Gürtel
tragen und zum Teil händchenhaltend mit anderen Männer die Straße
entlanglaufen, Frauen, die bis auf einen Schlitz für die Augen voll
verhüllt sind und großes Verkehrschaos. Ein weiteres prägendes Bild
sind die Männer mit unglaublich aufgeblähten Wangen. Ungefähr ab zwei
Uhr nachmittags beginnt das große Qat-Kauen. Üblicherweise Männer
stecken sich Blätter in den Mund und kauen drauf rum. Wenn der
Geschmack weg, ist kommt das nächste Blatt usw. Das Qat oder auch Kath
wird aber voerst weder geschluckt (Only Ethiopians swallow!
)
noch ausgespuckt. Erst wenn man mit der Session zuende ist, fliegt es
aus dem Mund. In der EU und auch anderen Ländern wird Qat als Droge
angesehen.
Nach drei Kilometern war ich dann zurück am Hotel. Insgesamt bin
ich meist Hauptstraßen entlang gelaufen, da ich zu dem Zeitpunkt weder
einen Überblick über die Straßen noch einen Stadtplan hatte. So endete
dann mein erster Tag in Sanaa.