
Monday, August 16. 2010
Suchst du eine Möglichkeit, kostenlos an mein Buch Anonym im Netz zu kommen? Neben den üblichen Quellen kannst du an einem Quiz teilnehmen. Fünf Fragen müssen richtig beantwortet werden und du nimmst an der Verlosung teil. Viel Erfolg.
Monday, March 22. 2010
Ende des Jahres 2009 las ich auf einer Webseite von dem Buch
„Anonymität im Internet – rechtliche und tatsächliche
Rahmenbedingungen“ von Dr. Phillip W. Brunst. Das Werk erschien als
Unterreihe „Strafrechtliche Forschungsberichte“ der Schriftenreihe des
Max-Planck-Instituts für ausländisches
und internationales Strafrechtund ist die Promotionsarbeit des
Autors. Der Untertitel „Zum Spannungsfeld zwischen einem Recht auf
Anonymität bei der elektronischen Kommunikation und den Möglichkeiten
zur Identifizierung und Strafverfolgung“ zeigt die grobe Ausrichtung
auf.
Insgesamt besteht das Buch aus 618 Seiten. Davon sind
90 Seiten Index und Literaturverweise. Der Autor nahm eine
Gliederung in drei große Teile vor. Der erste Teil behandelt auf
etwa siebzig Seiten die Grundlagen. Dort werden die Begriffe
Anonymität, Pseudonymität und Vertraulichkeit definiert und
diskutiert. Weiterhin behandelt Brunst die wirtschaftliche
Bedeutung von personenbezogenen Daten und geht auf die
technischen Grundlagen ein.
Im zweiten Teil geht es um die kriminalistische Analyse. Zunächst
diskutiert der Autor verschiedene gewollte und ungewollte
Überwachungs- und Identifizierungsmöglichkeiten von Nutzern. Im
weiteren Verlauf stellt das Buch dar, wie sich Anonymität gegenüber
verschiedenen Gruppen (Host-Provider, Access-Provider etc.) erreichen
lässt. Dabei sind Anonymisierungsdienste, wie verschiedene Remailer,
das Tor-Projekt, JonDonym, aber auch anonyme Zugänge
wie ein öffentliches WLAN das Thema. Zum Abschluss dieses Teils wird
die Anonymität auf der Ebene des Rechners beleuchtet. Das heißt, wie
können mögliche Spuren durch Verschlüsselung, sicheres Löschen
etc. verwischt werden. Der zweite Teil hat einen Umfang von über
120 Seiten.
Der Löwenanteil ist dann der dritte Teil. Hier erwarten den Leser
ca. 330 Seiten mit rechtlicher Analyse. Zuerst erfolgt eine
umfassende Analyse, wo ein eventuelles Recht auf Anonymität verankert
sein könnte. Der Autor arbeitet sich dabei von den
verfassungsrechtlichen Vorgaben über internationale Vorschriften vor
bis zu „normalen“ Gesetzen. Nunmehr stellt sich Brunst die Frage,
inwieweit die Anonymität aufgehoben bzw. eingeschränkt werden
könnte. Dabei unterteilt er den Zugriff auf bestehende Daten in
Einzelfällen, Erhebung von zukünftigen Daten in Einzelfällen und die
verdachtsunabhängige Datenerfassung. Bei diesen drei Gruppen gibt es
unterschiedliche Eingriffstiefen. Daher werden diese getrennt
behandelt. Schließlich zieht der Autor ein Fazit zu den gestellten
Beobachtungen und schließt damit das Buch ab.
Ich war sehr auf das Buch gespannt. Denn obwohl ich die technische
Seite der Anonymität recht gut kenne, war mir bislang keine
ausführliche juristische Einschätzung zum Thema bekannt. Ich hoffte,
durch diese Arbeit einen tieferen Einblick in die Thematik zu bekommen
und wurde nicht enttäuscht. In den ersten beiden Teilen des Buches,
also in mir weitgehend bekannten Inhalten,
zeigte sich, dass sich der Autor sehr tiefgreifend mit der Materie
auseinandergesetzt hat. Gerade die technischen Details wurden
unerwartet ausführlich behandelt. Bevor ich das Buch in den Händen
hielt, ging ich davon aus, dass die Technik weitestgehend außen vor
bleibt. Die Betrachtungen des zweiten Teiles werten das Buch für mich
deutlich auf. Denn so bleibt der Diskussionsgegenstand nicht nur
theoretischer Natur, sondern kann förmlich „begriffen“ werden. Das
heißt, selbst ein Laie erwirbt bei der Lektüre ein Grundverständnis zu
der in der Praxis eingesetzten Technik. Neben der sehr guten
Besprechung gibt das Buch durch Fußnoten Verweise auf weitere
Literatur. Wie in juristischen Arbeiten üblich, kann dabei der Umfang
der Fußnoten schon einmal den Umfang des Textes auf einer Seite
übersteigen.
Der dritte Teil mit der rechtlichen Analyse war für mich gut
lesbar. Der Autor präsentierte den Inhalt in einer verständlichen
Sprache. Er ging bei seiner Analyse strukturiert und logisch vor. Im
gesamten Buch gibt es zu jedem größeren Abschnitt eine Einleitung, die
die folgende Vorgehensweise beschreibt. Das hilft, dem roten Faden zu
folgen und dem Leser wird klar, was ihn auf den weiteren Seiten
erwartet.
Mir fielen im Buch keine größeren Fehler auf. Aus meiner Sicht gab
es lediglich kleinere Anmerkungen, die dem Gesamtverständnis keinen
Abbruch tun. Insgesamt kann ich die Lektüre des Buches dem
interessierten Leser nur empfehlen.
Es gibt einen vielfältigen Einblick in die Details der Anonymität und
hilft, sich durch den juristischen Dschungel zu navigieren. Für den
juristischen Laien entsteht weiterhin ein interessanter Einblick in
die Betrachtungsweise verschiedener Gesetze.
Thursday, March 11. 2010
Erst kürzliche verloste pro-linux.de fünf der Bücher "Anonym im Netz". Gerade eben erfuhr ich, dass das Linux-Magazin nachzieht. Anlässlich des Welttags gegen Internetzensur werden fünf Exemplare angeboten. Jeder, der die Frage richtig beantwortet, ist dabei. Start der Aktion ist der 12. März ab sechs Uhr in der Frühe.
Update: Datum korrigiert
Wednesday, March 3. 2010
Mittlerweile habe ich einige Blogeinträge zu der Neuauflage meines Buch "Anonym im Netz" gefunden. Alle haben sich positiv geäußert. Bei Amazon hat das Buch fünf Sterne erhalten. Die Rezension in Langversion ist im Blog unglaesern.de zu finden.
Eine zweite Rezension stammt von F!XMBR. Oliver Herold hatte mich mal angetwittert, ob ich ihm ein Autorenexemplar zusende. Ich habe ihm die zweite Auflage zugeschickt und er schreibt
Insgesamt also ein Werk, daß sich nicht nur für den Anfänger lohnt, sondern auch für jene Zeitgenossen mit tieferem Einblick, die aber ihr Wissen vervollständigen bzw. abrunden möchten. Klarer Fall von Lesetipp...
Grundsätzlich freuen mich die positiven Bewertungen. Ich hoffe, dass das Buch auch den vielen anderen Käufern gut gefällt. Wenn ihr weitere (positive wie negative) Bewertungen kennt, hinterlasst bitte einen Kommentar.
Monday, March 1. 2010
Für die Schnäppchenjäger gibt es ein Schnäppchen: Pro-Linux verlost fünf Exemplare meines Buches "Anonym im Netz". Ihr müsst euch dazu auf der Seite einloggen und eine Frage beantworten. Viel Erfolg! 
via MartinGrandrath
Monday, November 16. 2009
Ein Veranstaltungshinweis für alle Jenenser und Leute aus der Umgebung:
Silke Helfrich vom Commonsblog stellt am Mittwoch, dem 18. November, ihr Buch Wem gehört die Welt vor. Im Rahmen der Cinco Sentidos 2009 startet die Veranstaltung um 19:00 Uhr im Hörsaal 5 in der Carl-Zeiss-Str.3.
Monday, November 2. 2009
Du willst ein hochwertiges Buch lesen und dazu noch kostenlos? Nichts leichter als das! die IACR möchte gern die Bücher in ihrem Bestand bewerten. Wenn du also gern ein Buch lesen willst, suchst du dir eines aus, liest es und schickst eine Bewertung an die IACR. Das Buch darfst du behalten und dein Review erscheint auf der Webseite.
Ähnliche Programme gibt es auch mit anderen Verlagen. Die LUG Jena nimmt an einem Programm mit O'Reilly teil. Hier haben wir schon eine ansehnliche Bibliothek zusammen.
Tuesday, June 2. 2009
Zum meinem Geburtstag bekam ich recht viele Bücher geschenkt. Eines davon war Der Mathematikverführer von Christoph Drösser. Das Buch hatte ich bereits vor einigen Wochen in einer Buchhandlung gesehen. Nach kurzem Durchblättern entschied ich mich damals gegen den Kauf.
Um was geht es? Der Autor erklärt mathematische Problemstellungen anhand praktischer Beispiele. Zunächst geht es um das Rechnen allgemein. Es wird erklärt, ob es sich für den Chef der Deutschen Bank lohnt, einen Fünf-Euro-Schein, der vor seiner Tür liegt, aufzuheben (Wenn er länger als fünf Sekunden für den Gang braucht, hat er in derselben Zeit mehr verdient), wieviele Hartz-IV-Empfänger von den Kosten eines Eurofighters bezahlt werden können etc. Das erste Kapitel bot für mich ein Aha-Erlebnis. Folgendes "Spiel" wird beschrieben:
Stellen Sie sich [...] folgendes Spiel vor: Jemand hat am Rand der Autobahn von Hamburg nach Berlin eine zwei Zentimeter breite und zwei Meter hohe Latte in den Boden geschlagen. Irgendwo zwischen Hamburg und Berlin, Sie haben keine Ahnung, wo. Sie fahren die Strecke nachts mit dem Auto und haben eine Pistole dabei. Zu einem beliebigen Zeitpunkt, den Sie frei wählen können, kurbeln Sie die Fensterscheibe herunter und schießen in Richtung Straßenrand. Einmal. Wenn Sie die Latte treffen, haben Sie gewonnen.
Das Spiel beschreibt natürlich die Lottovariante 6 aus 49. Ich denke, hiermit lässt sich vielen die Chance beim Lotto greifbar machen. Für einen Sechser mit Zusatzzahl muss es dann eine zwei Millimeter dicke Latte sein. 
Das folgende Kapitel beschreibt bedingte Wahrscheinlichkeiten am Beispiel von DNA-Tests und es folgt ein Kapitel zum Dreisatz. Die Anordnung dieser wie auch anderer Kapitel könnte besser sein. Denn der Dreisatz ist vergleichsweise leichter Stoff. Immerhin wird der schon in der Schule behandelt. Wahrscheinlichkeiten kommen nach meiner Beobachtung als Schulstoff eher zu kurz und könnten daher von der Mehrzahl der Leser als schwieriges Thema beurteilt werden. Ich finde es besser, wenn sich der Schwierigkeitsgrad langsam steigert.
Die weiteren Kapitel bringen eine Einführung in das Gerrymandering, zum simpsonschen Paradoxon, zum Problem des Handlungsreisenden und einigem mehr. Die meisten der diskutierten Problemstellungen waren mir bekannt. Daher habe ich meist nur die Geschichte zur Einführung gelesen und die Erklärungen übersprungen. Die Geschichten fand ich recht unterhaltsam. Sie haben gut in das jeweilige Thema eingeführt und auch Interesse geweckt, was denn nun kommt. Die Stellen mit den Erklärungen, die ich las, hatten wieder den üblichen Mangel. Der Autor versuchte sämtliche ernsthafte Mathematik wegzulassen. Gerade bei den Extremwertaufgaben wurde irgendwo im Kleingedruckten der Lösungsweg präsentiert. Der eigentliche Text ließ diesen aus.
Insgesamt ist das Buch eine gute Zusammenstellung verschiedener mathematischer Phänomene. Die Geschichten zur Motivation sind gut geschrieben und ich kann mir gut vorstellen, dass das Buch bei einem Mathematikinteressierten mehr Interesse weckt. Diejenigen, die sich auch sonst mit Matheproblemen beschäftigen, wird das Buch wohl nicht vom Hocker hauen. Denn größtenteils steht Bekanntes drin.
Wednesday, March 25. 2009
Mit welchem Argument wird seit Jahren das Recht auf freie
Meinungsäußerung eingeschränkt? Richtig, wie auch in der aktuellen
Diskussion, ist es Kinderpornographie. Seit mittlerweile fünfzehn
Jahren beobachte ich immer wieder das gleiche Schema.
Das erste Mal fiel es mir im Fall des ersten Remailers,
anon.penet.fi, auf. Der Betreiber Julf Helsingius stand damals auf der
Titelseite des Observer
und ihm wurde vorgeworfen für 90% der Kinderpornographie im Internet
verantwortlich zu sein (Ich habe den Fall detailliert in meinem Buch
"Anonym im Netz" beschrieben.). In den letzten Jahren kamen dann
Betreiber von Tor-Servern, der
Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss und
seit heute auch Besitzer von simplen Domainnamen hinzu.
Im aktuellen Fall bekam der Besitzer der Domain wikileaks.de Besuch von der
Polizei. Seine Wohnungen in Dresden und Jena wurden von mehreren
Beamten durchsucht und Computer beschlagnahmt. Was genau war das
Vergehen? Ich versuchte auf diese Frage heute bei der Polizei in Jena
sowie bei der Staatsanwaltschaft Dresden eine Antwort zu erhalten. Im
Protokoll
steht nur etwas von Verbreitung pornographischer Schriften . Das
ist jedoch keineswegs ein Grund für eine Verletzung der Wohnung in der
vorliegenden Form. Bei der Staatsanwaltschaft Dresden wurde mir
lapidar mitgeteilt, dass die Pressestelle keine Sprechzeiten hat. Ich
solle es an einem anderen Tag probieren. Von Seiten der Polizei bekam
ich die Auskunft, die auch Heise
meldet. Die Aussage war in etwa, dass es auf seiner Webseite Links
zu kinderpornographischen Seiten gäbe und er sich somit der
Verbreitung schuldig mache. Der interessierte Leser wird hier
Parallelen zu den verschiedenen Sperren von wikipedia.de erkennen. Wie zuletzt
Lutz Heilmann
gibt es Leute, die einstweilige Verfügungen erwirken, in der Hoffnung
etwas gegen die Inhalte der Wikipedia zu tun. Wie auch im Fall von
Theodor Reppe hat die Domain jedoch nichts mit den Inhalten zu
tun. Insofern ist es äußerst fragwürdig, inwieweit die Durchsuchung
überhaupt berechtigt ist. Die diversen
Kommentare in der Blogosphäre gehen auf diese Problematik genauer
ein.
Doch inwieweit ist das ein Erfolg oder überhaupt ein sinnvoller
Ansatz im Kampf gegen Kinderpornographie? Es wird ohne Aussicht auf
irgendeinen Erfolg und aus meiner Sicht ohne begründeten Verdacht
gegen eine Zivilperson vorgegangen. Und zwar gegen jemanden, der sich
aktiv für freie Meinungsäußerung einsetzt:
Herr Reppe ist der Spender der Wikileaks.de Domain und
betreibt einen Mirror der US Congressional Research Service
Dokumentensammlung, ist allerdings ansonsten nicht operativ in
Wikileaks involviert. Herr Reppe ist ausserdem Betreiber eines der
populaersten deutschen Tor-Proxyservers
Kinderpornographie wird man hier eher nicht finden. Vielmehr
dient solch eine Aktion eher der Einschüchterung, wie bereits in den
oben angesprochenen Fällen der Betreiber von Tor-Servern. Außerdem
stellt sich mir die Frage nach der Rechtmäßigkeit der kompletten
Aktion. Das Bundesverfassungsgericht hat sich 2005 in einer Entscheidung
gegen das Vorgehen mit der Begründung "Gefahr im Verzug" ausgesprochen
bzw. sehr starke Schranken angelegt. Andererseits scheint es in
Dresden wiederum einen ordentlichen Beschluss einer Richterin gegeben
zu haben. Weiterhin ist der Pressemitteilung zu entnehmen, dass trotz
Nachfragen des Betroffenen keine Zeugen benannt wurden, dass es keine
Aufklärung gab etc. Ich hoffe, Theodor findet einen guten Anwalt, der
sich dieser Sachen annimmt und dies aufklärt.
Ein sinnvoller Ansatz ist aus meiner Sicht, direkt gegen diese
Seiten vorzugehen. Gerade anhand der publizierten Filterlisten
versuchte die Organisation Carechild, die Seiten
aus dem Netz zu entfernen. Sehr viele der Provider sperrten die
Zugänge der Kunden. Warum also gibt es keine speziellen Abteilungen
beim BKA, die dies veranlassen. Weiterhin stehen viele der Server in
Deutschland. Somit hätten die Ermittlungsbehörden direkten
Zugriff. Aber statt direkter Maßnahmen wirft man lieber wie oben
Nebelkerzen oder baut eine Zensurinfrastruktur
auf.
Speziell die Nachrichten des heutigen Tages hatten es in der
Beziehung wirklich in sich. Frau von der Leyen behauptet, die
Kinderpornographen würden Millionenbeträge verdienen. Danaben steht
die Aussage, dass es einen dramatischen Anstieg gäbe und der Artikel
im Spiegel spielt noch ein wenig mit Emotionen. Der Rechtsanwalt
Udo Vetter hat seine
Erfahrungen mit den Tätern beschrieben. Demnach ist es keinesfalls
so, dass viel Geld damit verdient wird. Netzpolitik kommt bei der Betrachtung
der Zahlen auf komplett andere Werte.
Ich habe das Gefühl, dass hier gezielt gegen Kritiker vorgegangen
wird und das die Bekämpfung der wirklichen Verbrechen keineswegs im
Vordergrund steht. Der Regierung scheint es um plakative Maßnahmen für
den Wahlkampf zu gehen. Die damit ermöglichten Zensurmaßnahmen werden
billigend in Kauf genommen. Momentan lächeln viele auf Länder wie
China oder Iran herab. Doch wir sind auf dem besten Weg in genau diese
Richtung. Daher sollten Umgehungstechniken wir Tor oder I2P gefördert werden, um auch in
Zukunft ein freies Internet zu haben.
Wie ihr für die Projekte spenden könnt, lest ihr auf den
entsprechenden Webseiten:
Weitere Artikel dazu:
Wednesday, March 18. 2009
Gerade sehe ich, dass nebenan im Wordcamp-Blog eine Buchverlosung läuft. Das beste Buch aller Zeiten ist natürlich auch mit dabei. Neben Anonym im Netz könnt ihr noch das Twitter -Buch und Freie Kultur gewinnen. Wie bei andren Blogparaden müsst ihr nur einen Ping-/Trackback setzen oder im Blog einen Kommentar hinterlassen. Ich wünsche allen viel Glück bei der Verlosung!
Friday, January 23. 2009
... waren sie schon weg. Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung veröffentlichte die Meldung Arbeitskreis rät zu Anonymisierungsdiensten und verschenkt Zugangsdaten. Neben Zugangsdaten zu verschiedenen Anonymisierungsdiensten gab es zehn Exemplare meines Buches Anonym im Netz – Techniken der digitalen Bewegungsfreiheit zu gewinnen. Diese Verlosung wollte ich unter anderem hier im Blog ankündigen. Bevor ich jedoch die Zeilen schreiben konnte, waren alle Bücher schon vergeben. Daher kann ich den zehn Gewinnern nur gratulieren und hoffe, sie haben viel Spass mit dem Werk.
Eine ausführliche Beschreibung des Tests gibt es von Jonas bei Daten-Speicherung.de.
Wednesday, January 14. 2009
Na gut, eigentlich ist es schon mehr als ein Jahr, dass ich den Mixmaster-Remailer in Betrieb habe. Aber die paar Tage machen den Kohl nicht fett.
Nachdem ich desöfteren mit Mixmaster, Mixminion und Co. herumgespielt hatte und das im Buch Anonym im Netz lang und breit beschrieb, wollte ich einen langlebigeren Mixmaster-Server als Remailer anbieten. Meiner Meinung nach sollte ein vServer hierfür reichen und durch die Suche bei Webhostlist stiess ich auf ein Angebot der Firma Xantron. Diese bot einen vServer mit 1 GB RAM, 1 GB Festplatte und unbegrenztem Traffic an. Für den Anfang sollte das ein hinreichendes Angebot sein.
Anfangs liess ich testweise einen Tor-Server dort laufen. Denn der Eintrag der FAQ z u Tor auf virtuellen Servern sagte damals, es würde nicht funktionieren. Bei meinem Test klappte es jedoch ohne Probleme. Ich konnte Tor auf dem Server über mehrere Wochen ohne Einschränkungen laufen lassen. Irgendwann aktualisierte ich dann auf eine neue Version und der Tor-Prozess startete kurz, um gleich wieder abzusterben. Es gab keine Core-Datei. Das Log blieb ohne Anzeichen auf irgendwelche Probleme. Der gesamte Fall schien sehr mysteriös. Die Seite mit (un)geeigneten ISPs für Tor brachte mich dann auf eine Idee. Ich legte ein kleines Shell-Skript an, welches den Namen Tor trug und führte das aus. Kurze Zeit später brach es ab. Eine weitere Analyse ergab dann, dass der Provider wahrscheinlich einen Cronjob laufen hatte, der nach Prozesses mit dem Namen "tor" suchte und diese beendete. Sobald ich die ausführbare Datei von tor in nichttor oder ähnliches änderte, klappte wieder alles. Nach diesem Zwischenspiel richtete ich dann den Remailer ein.
Die Einrichtung ist in meinem Buch beschrieben und recht einfach zu machen. Entweder beantwortet man Fragen über ein Menu oder editiert eine Datei mit den Einstellungen.Danach sollte getestet werden, ob der Remailer wirklich so funktioniert, wie er sollte. Falls das der Fall ist, können die anderen Operatoren über den neuen Remailer informiert werden. Nun treffen nach und nach Nachrichten ein und der neue Remailer wird in das Netz der bestehenden integriert.
Mein Remailer nennt sich devurandom und hat momentan die beste Uptime im Netz. Er bewegt etwa 5.000 E-Mails am Tag durch das Netz. Ein Großteil davon sind Nachrichten, die an andere Remailer weitergegeben werden. Nur ein etwa ein Fünftel der eingehenden Nachrichten verlässt das Remailer-Netzwerk und geht an den endgültigen Empfänger. Daneben gibt es eine Handvoll Postings in das Usenet.

Die Last, die das System erzeugt, ist zu vernachlässigen. Die Grafik zeigt einen Überblick über die Systemlast des letzten Monats. Es gab mal eine Spitze von 0,5. Aber in der Regel liegt die Last bei unter 0,1. Auch die sonstigen Parameter des Systems weisen nicht auf irgendeine Überlastung hin. Vielmehr langweilt sich der vServer die meiste Zeit des Tages. Die einzige Sache, die mich hin und wieder stört, sind viele zurückgestellte (deferred) E-Mails. Momentan liegen über dreihundert E-Mails rum, da ein Remailer an einem DSL betrieben wird und der Rechner ist wahrscheinlich gerade aus.Die Grafik der zurückgestellten E-Mails sieht daher wie ein Börsenkurs aus. 
Eine Frage, die wahrscheinlich viele der Leser interessiert, ist der Missbrauch. Wie oft wird der Dienst missbraucht? Wieviele Hausdurchsuchungen hatte ich schon? Letzte Frage lässt sich einfach beantworten: 0. Wie oft Missbrauch geschieht, kann ich leider nicht sagen. Denn als Betreiber sieht man nur die Spitze des Eisberges. Nur wenn ich jede E-Mail lesen und auswerten würde, hätte ich genaue Zahlen. Daher will ich mich auf Beschwerden von dritter Seite konzentrieren.
Im letzten Jahr gab es insgesamt drei Fälle, in denen sich eine dritte Seite an mich gewendet hat. Anfang 2008 rief mich ein Rechtsanwalt an. Das Telefonat war etwas wirr. Aber soweit ich es verstanden habe, hat sein Klient eine E-Mail von meinen Remailer erhalten. In der E-Mail waren Links zu Bildern, die angeblich urheberrechtlich geschützt sind. Er wollte natürlich den Urheber der E-Mail wissen. Ich habe ihm dann in einer längeren E-Mail das Wesen des Dienstes erklärt und ihm auch gesagt, dass ich den Urheber nicht kenne. Seitdem habe ich nichts mehr gehört.
Der zweite Kontakt war ebenfalls wieder über einen Rechtsanwalt. Er schrieb mir einen formellen Brief. Ein Nutzer hat seinen Klienten beleidigt und auch er wollte den Urheber wissen. Ich ging wieder wie oben vor und auch hier gab es nie eine Antwort oder Rückmeldung.
Der bisher letzte Kontakt war auch der spannendste. Den Vorfall hatte ich schon im Beitrag Ihre Kriminalpolizei bittet um Mithilfe beschrieben. Damals hatte jemand eine Drohmail über den Remailer verschickt und die Polizei wollte den Urheber wissen. Nach einer Erklärung über die Funktionsweise des Remailers und der Bemerkung, dass ich nicht logge, war am anderen Ende ein Grummeln zu hören. Jedoch kam der Beamte noch auf die Idee, dass ich ihm doch einen Abzug des RAM machen könne. Nachdem ich auch das verneint hatte, kam am anderen Ende die Bemerkung, dass ja jetzt eh Feierabend sei und man daher die Akte schließen werde. Ich habe auch von diesem Vorfall nichts wieder gehört.
Der Vertrag über den Server wurde kürzlich wieder verlängert und ich werde auch in diesem Jahr den Mixmaster weiter laufen lassen. Sobald ich Zeit habe, kommt noch ein Mixminion-Server hinzu.
Tuesday, October 7. 2008
Beim Schlendern durch eine Bücherei fiel mir gestern, das quasi druckfrische Buch "zsh -- Die magische Shell" auf. Seit einiger Zeit schrieben Julius Plenz und Sven Guckes daran und seit etwa einer Woche ist es im Handel erhältlich.
Im Buch geht es natürlich um die beste Shell der Welt, die zsh. Auf sechs Kapiteln in insgesamt 200 Seiten wird (hoffentlich) alles Wissenswerte gesagt. Hoffentlich deswegen, weil ich das Buch noch nicht komplett gelesen habe. Sobald ich durch bin, werde ich sicher eine Rezension dazu schreiben.
In der Einleitung finden sich kurze Hinweise zur Installation, Konfiguration und zum Prompt. Das zweite Kapitel beschäftigt sich dann mit dem effizienten Arbeiten. Es werden Aliase, Shell-Funktionen und Expansionen erklärt. Der Name des dritten Kapitels "Dateien, Ausgaben und Programmaufrufe" ist selbsterklärend. Kapitel 4 erklärt die interaktive Verwendung und Kapitel 5 das Skripting. Das letzte Kapitel des Buches beschreibt, wie Completions und Widgets selbst geschrieben werden können.
Ich bin sehr gespannt und freue mich, das Buch zu lesen. 
Wednesday, September 10. 2008
Ich habe ein Hackerbuch geschrieben. Wer also das hacken lernen will oder seine Hackerkünste verbessern will, sollte unbedingt "Anonym im Netz" kaufen. 
Tuesday, July 15. 2008
Das Clay Mathematics Institute ist bekannt für die Förderung der so genannten Milleniumsprobleme. Der Gewinner erhält eine Million US-Dollar ausgezahlt. Ein erster Aspirant für den Preis ist der Mathematiker Perelman, der 2002 die Poincaré-Vermutung bewiesen hat.
Seit kurzem stehen alle Bücher, die von dem Institut publiziert/finanziert worden sind, zum kostenlosen Download zur Verfügung. Falls ihr euch für analytische Zahlentheorie, Ricciflüsse oder ähnliches interessiert, besucht einfach die Online-Bibliothek.
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