Entries tagged as jemenRelated tags alkasir anonymität hochzeit psiphon sanaa seminar sesawe ted zensur 24c3 25c3 26c3 29c3 auflage ausweis berlin biometrie bridge browser brückenserver buch bundestrojaner cambridge ccc chaosradio chumby cryptome cryptoparty datenschutz datenspuren debian dieb diskussion dns dresden duckduckgo e-mail eff erfurt europa fehler finanzierung firefox foxyproxy freenode fritz frosch förderung gericht gesetz git github gnupg auto bmw chrysler delaware delaware water gap djambija eis flughafen flugzeug formel1 leuven oversize load pets qat regel reise schwertransport unfall usa vettel weihnachten x3 bab al-jemen dubai flickr minibus rta souk blackberry emirates nigeria spam airfrance internet filter freiheit google hash jena lka oni piratenpartei prüfsumme sicherheit snuggly stasi2.0 tcpip thailand vds video vortrag web2.0 whiteit überwachung chemnitz ringwood schnee urlaub whippany 202c AES algebra bruch kamera kryptografie latex magdeburg mathe privatsphäre verschlüsselung vorlesung amanda palmer bildung commons musikindustrie ntaiya abstimmung acta anonymous appelbaum attac australien censilia censor demonstration frankreich grüne guardian haystack herdict indien jondonym kind kindergarten leyen linux mahaSunday, May 30. 2010Alles Gute an AlkasirBei meinem Jemen-Besuch im letzten Jahr lernte ich unter anderem den Autor von Alkasir und Gründer des Yemen Portal, Walid Al-Saqaf, kennen. Nachdem seine Portalseite auf der Sperrliste landete, beschäftigte er sich ein wenig mehr mit der Zensur im Land und schrieb die Software. Diese soll seinen Landsleuten bei der Umgehung der Zensurmaßnahmen helfen. Walid wurde nun zum TED-Fellow gewählt. Ich kann zu dieser Wahl nur gratulieren und hoffe, dass es seine Software und insbesondere die dahinter stehende Idee weiter voran bringt.
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Bei meinem Jemen-Besuch im letzten Jahr lernte ich unter anderem den Autor von Alkasir und Gründer des Yemen Portal, Walid Al-Saqaf, kennen. Nachdem seine Portalseite auf der Sperrliste landete, beschäftigte er sich ein wenig mehr mit der Zensur im Land und schrieb die Software. Diese soll seinen Landsleuten bei der Umgehung der Zensurmaßnahmen helfen. Walid wurde nun zum TED-Fellow gewählt. Ich kann zu dieser Wahl nur gratulieren und hoffe, dass es seine Software und insbesondere die dahinter stehende Idee weiter voran bringt.
Wednesday, August 19. 2009Rückschlag für die Zensoren im JemenBei meinem Besuch im Jemen durfte ich die Zensur hautnah miterleben. Kein Tag verging, an dem ich nicht die Stoppseite zu Gesicht bekam. In der Regel passierte das mehrfach. Jemen verwendet ein System der Firma Webfilter zur Umsetzung der Maßnahmen. Interessanterweise haben die in ihrer Policy stehen:
Ein findiger Mensch fragte bei der Firma nach und bekam eine recht positiv klingende Rückmeldung. Auch die offizielle Verlautbarung gegenüber der OpenNet Initiative klingt vielversprechend:
Damit stehen zukünftig wohl (zunächst) keine Datenbank-Updates für Internetprovider aus dem Jemen zur Verfügung. Wie wir jedoch alle wissen, muss das nichts heißen. Denn die nahe liegende Lösung wäre, dass sich jetzt eine Firma gründet, die selbst eine Datenbank aufbaut und die kein Problem hat, diese weiterzuverkaufen (an wen auch immer). Dann käme jedes beliebige Zensurland wieder in den Besitz aktueller Listen, Websense hätte bezüglich ihrer Policy kein Problem und könnte immer mit dem Finger auf andere zeigen. Ob das jetzt bezüglich eventueller Lizenzen oder der Software selbst möglich ist, weiß ich nicht. Es wäre aus meiner Sicht ein gangbarer Weg, den Zensoren wieder eine Liste zur Verfügung zu stellen (nicht das ich das wöllte). Andererseits glaube ich, dass die ISPs immer noch die bis zur Abschaltung gültige Liste zur Verfügung haben. Somit besteht für sie in Zukunft die Arbeit darin, die Liste selbst weiter zu pflegen. Bei meinem Besuch im Jemen waren schon recht viele Seiten manuell eingepflegt worden und vielleicht wird diese Arbeit nun einfach intensiviert werden. Alles in allem ist die Meldung kurzfristig ein Rückschlag für die Zensoren. Jedoch wird das “Problem” mittelfristig sicher wieder behoben werden.
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Bei meinem Besuch im Jemen durfte ich die Zensur hautnah miterleben. Kein Tag verging, an dem ich nicht die Stoppseite zu Gesicht bekam. In der Regel passierte das mehrfach. Jemen verwendet ein System der Firma Webfilter zur Umsetzung der Maßnahmen. Interessanterweise haben die in ihrer Policy stehen: Websense does not sell to governments or Internet Service Providers (ISPs) that are engaged in any sort of government-imposed censorship. Ein findiger Mensch fragte bei der Firma nach und bekam eine recht positiv klingende Rückmeldung. Auch die offizielle Verlautbarung gegenüber der OpenNet Initiative klingt vielversprechend: Since we were informed about the potential use of our products by Yemeni ISPs based on government-imposed Internet restrictions in Yemen, we have investigated this potential non-compliance with our anti-censorship policy. Because our product operates based on a database system, we are able to block updated database downloads to locations and to end users
Sunday, August 2. 2009Letzter Tag in Sanaa und HeimreiseDer Morgen meines vorletzten Tages in Sanaa war wieder geprägt von Ausbildung. Neben Umgehungswerkzeugen ging es insbesondere um Computersicherheit und Schutz der Privatsphäre. Leider kam es kurz vor Ende zu einem Stromausfall, der länger anhielt. Somit beschlossen die Veranstalter, die Veranstaltung zu beenden. Jeder bekam ein Teilnahmezertifkat und ich erhielt ein Mittags ging es dann wieder in ein klassisch jemenitischen Restaraunt und der Chef des Al-Jazeera-Büros gesellte sich zu uns an den Tisch. Das Thema waren zunächst die Todesdrohungen gegen ihn. Er meinte nur, dass das immer mal wieder passiere und ihm wenig Angst einjage. Im Anschluss war noch eine gemeinsame Qat-Runde geplant. Jedoch flammten Stammeskämpfe auf und so machten sich die Journalisten an ihre Arbeit. Ich beendete den Tag mit einer ausgiebigen Sightseeing-Runde. Eigentlich wollte ich bis zum Bab Al-Yemen laufen und von dort aus Old Sanaa erkunden. Unterwegs gefiel mir jedoch eine andere Strecke besser und ich navigierte mich dann nach Gefühl zu Old Sanaa. Dort angekommen ließ ich mich von der Stadt verzaubern. Wie es mir schon von anderen prophezeit wurde, verlief ich mich in den kleine verwinkelten Straßen. Irgendwann kam ich in ein Gebiet mir Märkten, den Souks. Nach vorigen Besuchen war klar, dass ich den Souk finden musste, in dem die Messer (Djambija) verkauft werden. Denn Souks sind nach Themen geordnet und die Djambija-Souks lagen am Bab Al-Jemen. In der Tat wurde ich fündig und war großer Hoffnung, bald das Ziel erreicht zu haben. Doch wie ich später auf einer Karte feststellte, lieg ich in die falsche Richtung und entfernt mich somit wieder von meinem Ziel. Als ich schließlich an einem Ausgang angelangt war, hatte ich die Orientierung komplett verloren und aufgrund der hereingebrochenen Dunkelheit wollte ich nicht noch einen Versuch wagen, durch das Gebiet zu laufen. Ziemlich in der Nähe fand ich dann einen Stand mit Minibussen. Leider war es nicht so einfach, dem Fahrer klar zu machen, wo ich hin wollte bzw. mir klar zu machen, dass er mich nur zum Bab Al-Jemen nimmt und ich mich dann weiter kümmern muss. Schließlich schafften wir die Einigung und ich saß zusammen mit diversen Einheimischen in einem nach Diesel stinkenden mit offener Schiebetür fahrenden Bus. Wahrscheinlich war ich seit und für lange Zeit der einzige Ausländer, der sowas machte. Auch meine Gastgeber waren später ziemlich erstaunt, über mein Samstag morgen ging der Rückflug, zunächst wieder nach Dubai und später nach Frankfurt/Main. In Dubai hatte ich einen Aufenthalt von 19 Stunden. Also genügend, um Impressionen der Stadt zu sammeln. Auf diversen Webseiten hatte ich gelesen, dass das Einreisevisum 100 Dirham (etwa zwanzig Euro) kostet und in bar zu entrichten ist. Für deutsche Pässe erwies sich die Auskunft als unrichtig. Ein Kurzzeitvisum ist kostenlos und problemlos bei der Einreise zu erhalten. Als ich das Flughafengebäude verließ, traf mich der Schlag, 41°C und sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Also sprang ich schnell in den Bus der Linie C8 in Richtung des Deira Centers. Dort startet die Big Bus Tour. Mit dieser Linie wird man auf zwei Routen durch Dubai chauffiert und bekommt die wesentlichen Highlights der Stadt zu sehen. Für einen Zwischenstoppler wie mich genau das Richtige. Ich nahm die blaue Route entlang der modernen Sehenswürdigkeiten, wie Burj Al-Arab, Palm Island und eingem mehr. Für die andere Route reichte die Zeit nicht mehr. Denn das bloße Abfahren aller Stationen der blauen Route dauert drei Stunden. Aufgrund der späten Ankunft in Dubai wäre der jeweils anderen Route dann kein Bus mehr gefahren. Die Fahrt selbst war recht angenehm. Mittels Kopfhörer wurde man über Sehenswürdigkeiten informiert. Leider bestanden viele der angepeilten Haltepunkte in Shopping Malls. Diese versuchten sich in Größe und Aussehen zu übertrumpfen. Interessanterweise gab es an einem Haltpunkt sogar ein IKEA. Das hätte ich in Dubai am wenigsten erwartet. Man stelle sich den Scheich vor, wie er einen Billy zusammenbauen will und sein Harem kichernd daneben steht. Leider konnte ich im Vorfeld keinen Routenplan der RTA-Busse erhalten. Denn, wie ich mir schon gedacht hatte, kann man die Route des Big Bus auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln und damit zu einem Bruchteil des Preises durchführen. Die Fahrt mit dem Big Bus kostet 220 Dirham und eine Fahrt mit dem DubaiBus 0,80 Dirham (bei jedem Umsteigen muss neu bezahlt werden). Für diejenigen, die nur die Sehenswürdigkeiten ohne besondere zusätzliche Erklärungen abklappern wollen, sind die öffentlichen Verkehrsmittel daher eine gute Alternative. Den Teil Dubais, den ich zu Gesicht bekam, fand ich jedoch wenig überzeugend. Wenn ihr mal eine Reportage zu Dubai gesehen habt, so habt ihr wohl mehr über die Stadt erfahren als direkt vor Ort und viel mehr als in einer üblichen Reportage gab es auch nicht zu sehen. Der einzige Punkt, an dem ich gern länger halt gemacht hätte, wäre das Atlantis Dubai gewesen. Dort gibt es einen umfangreichen Wasserpark. Die verbleibende Zeit von einer halben Stunde war für den Zwischenhalt zu kurz und so fuhr ich weiter bis zum Ende. Für meinen Geschmack war die blaue Route nicht wirklich interessant. Hochhäuser hier, das größte XY da und außerdem gebaut wird YZ dort. Die Stadt setzt im wesentlichen auf irgendwelche Superlative (größer, schöner usw.). Aber so richtige interessante, innovative Ansätze vermisste ich. So beschloss ich den Aufenthalt mit einigen Einkäufen. Das kann man wirklich gut und machte mich zurück zum Flughafen. Das dortige WLAN nutzte ich, um ein paar Stoppseiten zu besuchen und Umgehungsmöglichkeiten zu testen.
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Der Morgen meines vorletzten Tages in Sanaa war wieder geprägt von Ausbildung. Neben Umgehungswerkzeugen ging es insbesondere um Computersicherheit und Schutz der Privatsphäre. Leider kam es kurz vor Ende zu einem Stromausfall, der länger anhielt. Somit beschlossen die Veranstalter, die Veranstaltung zu beenden. Jeder bekam ein Teilnahmezertifkat und ich erhielt ein Certificate of Appreciation. Die Organisatoren hatten sich insbesondere Mühe gegeben, meinen Namen ins Arabische zu transkribieren. In etwa entsprach das auch der Variante, die ich mir schon ausgedacht hatte. Mittags ging es dann wieder in ein klassisch jemenitischen Restaraunt und der Chef des Al-Jazeera-Büros gesellte sich zu uns an den Tisch. Das Thema waren zunächst die Todesdrohungen gegen ihn. Er meinte nur, dass das immer mal wieder passiere und ihm wenig Angst einjage. Im Anschluss war noch eine gemeinsame Qat-Runde geplant. Jedoch flammten Stammeskämpfe auf und so machten sich die Journalisten an ihre Arb
Friday, July 31. 2009Arbeiten und Heiraten im JemenDer Mittwoch sollte dann mein erster richtiger Arbeitstag
werden. Zu Beginn wurden im Vorhof des Gebäudes diverse Tische und
Stühle aufgebaut. Gleichzeitig teilte mir der Organisator mit, dass
ich zu Beginn doch bitte eine kleine Rede halten solle. So versuchte
ich fieberhaft in den verbleibenden Minuten mir etwas sinnvolles
einfallen zu lassen. Im Anschluss erzählte ich dann etwa zehn Minuten
etwas über das Internet, die Überwachung und Sperrung von Webseiten
sowie über die Inhalte der nächsten Tage. Natürlich konnte ich es mir
nicht verkneifen, einige Worte zum Zugangserschwerungsgesetz zu
verlieren. Das erzeugte einiges Erstaunen bei den Zuhörern. Später
kommentierte einer der Teilnehmer das mit den Worten, dass die
deutsche Regierung doch nach Jemen kommen könne. Hier kann sie in
puncto Zensur und Sperrung einiges lernen. Im Kurs stellte ich dann verschiedene Möglichkeiten der Umgehung
vor. Dabei versuchte ich klar zu machen, dass sich niemand nur auf
eine Alternative verlassen sollte. Zuerst sprach über Später kamen wir dann auf Psiphon zu sprechen. Das Werkzeug überzeugte aufgrund seiner Einfachheit. Einloggen, URL eingeben und browsen. Das Projekt versucht seinerseits seine Proxyserver geheim zu halten und hat auch einige Gegenmaßnahmen eingebaut. Ich kann nur hoffen, dass das lange so bleibt. Später kam dann noch Alkasir und Your Freedom zur Sprache. Letzteres war jedoch für die meisten Teilnehmer zu komplex. Ich glaube, außer ein paar Willigen wird das niemand so schnell nutzen. Der Arbeitstag wurde dann mit einem gemeinsamen Essen in einem typischen jemenitischen Restaurant beschlossen. Für Europäer ist der Anblick der Essenden sicher gewöhnungsbedürftig. Denn es wird mit Händen gegessen und Geschirr wird nur zum Servieren der Speisen benutzt. Das Essen selbst war sehr lecker. Wir hatten gebratenen Fisch und diverse Fleischspeisen. Hinzu kamen Soßen und Fladenbrot, welches einen Durchmesser von mindestens einem halben Meter hatte. Abends hörte ich Gesänge, die sich wie die üblichen Muezzin-Klänge anhörten. Jedoch war es zu einer ungewöhnlichen Zeit. Die Muezzin singen ihre Suren üblicherweise sechs Mal am Tag, beginnend zwischen halb und um vier Uhr morgens. Also beschloss ich, den Gesängen mal nachzugehen. In einem Innenhof hatte sich eine Gesellschaft versammelt. Ehe ich so richtig identifizieren konnte, um was es sich da handelt, kam jemand auf mich zugestürmt und bat mich reinzukommen. Ich folgte der Einladung und flugs befand ich mich inmitten einer Hochzeitsgesellschaft. Sofort musste ich mich zum Bräutigam gesellen und Fotos wurden gemacht (Leider sind die nur mit Handycam aufgenommen. Fotoapparat lag sicher im Hotel.). Glücklicherweise hatte ich vorab gesehen, wie die Gratulation abläuft und versuchte es, so gut es geht nachzumachen. Die Teilnehmer wiesen mir einen Platz in ihren Reihen zu und so konnte ich recht lange der Prozession beiwohnen. Später am Abend verließ ich die Gesellschaft dann tief beeindruckt. Die Leute waren sehr herzlich und aufgeschlossen. Ich hatte die gesamte Zeit nicht das gefühl, ein beliebiger Fremder zu sein. Vielmehr war ich fest integriertes Teil der Festgemeinschaft. Gerade die Feier machte diesen Tag zu dem bislang schönsten hier im Land.
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Der Mittwoch sollte dann mein erster richtiger Arbeitstag werden. Zu Beginn wurden im Vorhof des Gebäudes diverse Tische und Stühle aufgebaut. Gleichzeitig teilte mir der Organisator mit, dass ich zu Beginn doch bitte eine kleine Rede halten solle. So versuchte ich fieberhaft in den verbleibenden Minuten mir etwas sinnvolles einfallen zu lassen. Im Anschluss erzählte ich dann etwa zehn Minuten etwas über das Internet, die Überwachung und Sperrung von Webseiten sowie über die Inhalte der nächsten Tage. Natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, einige Worte zum Zugangserschwerungsgesetz zu verlieren. Das erzeugte einiges Erstaunen bei den Zuhörern. Später kommentierte einer der Teilnehmer das mit den Worten, dass die deutsche Regierung doch nach Jemen kommen könne. Hier kann sie in puncto Zensur und Sperrung einiges lernen. Im Kurs stellte ich dann verschiedene Möglichkeiten der Umgehung vor. Dabei versuchte ich klar zu machen, dass sich niemand nur
Jemen erkunden und fast ertrinken
Am Dienstag standen einige offizielle Treffen an. Zuerst traf ich mit den Verantwortlichen des Yemen Journalist Syndicate zusammen, um einige Einzelheiten und Planungen der nächsten Tage zu besprechen. Danach ging es dann weiter zu einer Veranstaltung von Article 19. Dabei ging es um die Schaffung eines Informationfreiheitsgesetzes (Freedom of Information Act). Leider habe ich nur die Hälfte verstanden. Aber ich glaube, es gibt da einen Gesetzentwurf, der den Journalisten nicht zusagt. In der Diskussion engagierte sich Abdulkarin Al-Khawaini besonders stark. Er wurde letztes Jahr zu sechs Jahren Gefängnis wegen terroristischer Umtriebe verurteilt und vorher mehrfach geschlagen bzw. misshandelt. Seine Probleme begannen wohl damit, dass er über die Töchter des Präsidenten berichtete. So wurde auch kritisiert, dass der Präsident in einer abgeschotteten, eigenen Welt lebt. Keiner darf über ihn berichten. Falls doch, gibt es die obigen Probleme. Interessanterweise war auch ein Vertreter des Parlamentes zugegen. Er forderte die Journalisten auf, sich doch mehr zu beteiligen, damit sich bei dem angesprochenen Gesetz und auch generell etwas ändert. Allerdings warf er den Leuten auch vor, mit ihren Forderungen Handlanger der Israelis zu sein bzw. sich nur an Israel annähern zu wollen. Dies war jedenfalls das, was ich aus der Übersetzung verstand. Ich
hoffe, das entspricht auch dem wirklich gesagten. Al-Khawaini war trotz (oder gerade wegen?) seiner Erlebnisse keineswegs vorsichtig mit seinen Worten. Er griff die Regierenden überaus scharf an. Später beim Mittag meinte er dann, dass er nichts zu verlieren hätte. Seine Hände sind gebrochen worden. Er wurde geschlagen etc. Viel schlimmeres kann man mit ihm nicht mehr anstellen. Daher hat er keine Angst mehr. Pünktlich 14 Uhr fiel wieder der Hammer. Wir machten uns auf in Richtung Old Sanaa für Sightseeing. Ausgehend vom Bab Al-Jemen durchquerten wir die engen Gassen, liefen an diversen Geschäften vorbei und versuchten dabei, nicht von Motorrädern überfahren zu werden. Schließlich kamen wir am Kanal an, der in der Trockenzeit eine der Hauptstraßen durch die Stadt ist. Von dort aus ging es weiter zum Arabia Felix. Das Hotel ist ein klassischer Lehmbau. Die Zimmer sind mit Bett, Sitzflächen und teilweise auch mit Fernseher und Telefon ausgestattet. Letztere kamen erst in den letzten zwei Jahren in die Zimmer. Ich fand die Atmosphäre sehr angenehm. Trotz großer Hitze war es innen kühl. Vom Dach des Hotels bekam ich dann einige Impressionen zur Stadt. Mittlerweile sah es immer mehr nach Regen aus. Also machten wir uns zurück zum Auto und wollten zur neu erbauten Moschee fahren. Unterwegs begann dann der Wolkenbruch. Wir waren in oben angesprochenen Kanal unterwegs und ich hatte schon gehört, dass dort in der Regenzeit immer mal wieder Autos weggespült werden. Schon nach wenigen Minuten normalen Regens konnte man zusehen, wie sich die Straße immer mehr mit Wasser füllte. Glücklicherweise fanden wir eine Abfahrt. Denn kurz darauf brach der Wolkenbruch los. Später las ich, dass einige Häuser eingestürzt waren und auch zwei Kinder kamen zu Tode. Einen ähnlichen Regenfall gab es bereits 2008. Dort wurden jedoch wesentlich mehr Häuser zerstört. So kehrte ich dann wieder zum Hotel zurück und beobachtete die Regenfälle aus dem Fenster. Später klärte es sich wieder auf und bis zum Einbruch der Dunkelheit war die Straße vor meinem Hotel abgetrocknet. Wednesday, July 29. 2009Ankunft in SanaaAm Montag kam ich schließlich an meinem endgültigen Ziel Sanaa an. Nach den Eindrücken von Dubai machte der Flughafen auf mich einen sehr provinziellen Eindruck. Wie schon in Dubai, hat man auch hier große Angst vor der Schweinegrippe. Bei der Einreise musste ein Formular zur gesundheitlichen Situation ausgefüllt werden und bei jedem wurde Fieber gemessen. Die eigentliche Einreise war unkompliziert. Ausweis zeigen, Visum checken und netten Aufenthalt im Jemen. Beim Verlassen des Zoll gab es dann eine Gepäckkontrolle, wie man sie üblicherweise beim Betreten der Gates erlebt. Ich holte danach meine Koffer und zum ersten Mal überhaupt fragte mich jemand nach den Nummern am Gepäck. Vor dem Verlassen des Gebäudes musste jeder nachweisen, dass das Gepäck wirklich ihm gehört. Ich finde das durchaus sinnvoll, denn an sich kann jeder beliebige Gepäckstücke vom Band nehmen und davon spazieren. Am Ausgang wurde ich dann schon erwartet und mit dem Auto ging es
Richtung Innenstadt. Mein Abholer warnte mich vor, dass der Verkehr
mit europäischen Verhältnissen nicht zu vergleichen ist. In der Tat
rutschte mir auf der Fahrt und auch in den späteren Tagen mehrere Male
das Herz in die Hose. Der Reiseführer Lonely Planet schrieb zur
Verkehrslage in Jemen: Meine Unterkunft ist das Sky Home Hotel. Das liegt direkt am Gebäude der Saba Fon Company. Das heißt, ich konnte mir schnell eine SIM-Karte beschaffen, um lokal zu telefonieren. Das Hotel hat vier Sterne und bisher wird es denen gerecht. Für Reisende, die westliche Standards mögen, kann ich das Hotel empfehlen. Später am Abend spazierte ich noch ein wenig durch die Stadt. Dort
begegnete ich dann der erste Mal dem typischen Bild. Männer, die ihren
Djambija am Gürtel
tragen und zum Teil händchenhaltend mit anderen Männer die Straße
entlanglaufen, Frauen, die bis auf einen Schlitz für die Augen voll
verhüllt sind und großes Verkehrschaos. Ein weiteres prägendes Bild
sind die Männer mit unglaublich aufgeblähten Wangen. Ungefähr ab zwei
Uhr nachmittags beginnt das große Qat-Kauen. Üblicherweise Männer
stecken sich Blätter in den Mund und kauen drauf rum. Wenn der
Geschmack weg, ist kommt das nächste Blatt usw. Das Qat oder auch Kath
wird aber voerst weder geschluckt ( Nach drei Kilometern war ich dann zurück am Hotel. Insgesamt bin ich meist Hauptstraßen entlang gelaufen, da ich zu dem Zeitpunkt weder einen Überblick über die Straßen noch einen Stadtplan hatte. So endete dann mein erster Tag in Sanaa.
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Am Montag kam ich schließlich an meinem endgültigen Ziel Sanaa an. Nach den Eindrücken von Dubai machte der Flughafen auf mich einen sehr provinziellen Eindruck. Wie schon in Dubai, hat man auch hier große Angst vor der Schweinegrippe. Bei der Einreise musste ein Formular zur gesundheitlichen Situation ausgefüllt werden und bei jedem wurde Fieber gemessen. Die eigentliche Einreise war unkompliziert. Ausweis zeigen, Visum checken und netten Aufenthalt im Jemen. Beim Verlassen des Zoll gab es dann eine Gepäckkontrolle, wie man sie üblicherweise beim Betreten der Gates erlebt. Ich holte danach meine Koffer und zum ersten Mal überhaupt fragte mich jemand nach den Nummern am Gepäck. Vor dem Verlassen des Gebäudes musste jeder nachweisen, dass das Gepäck wirklich ihm gehört. Ich finde das durchaus sinnvoll, denn an sich kann jeder beliebige Gepäckstücke vom Band nehmen und davon spazieren. Am Ausgang wurde ich dann schon erwartet und mit dem Auto ging es Ri
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