Der erste Tag des 26C3 liegt hinter mir und er war sehr
intensiv. Wir kamen gegen Mittag in Berlin an, vor dem bcc stand
bereist eine Schlange und als ich reinkam, hörte ich, dass alle
Tickets ausverkauft waren. Glücklicherweise brauchte ich als
Vortragender keine Tickets. 
Direkt nach der Keynote von Frank begann mein Vortrag. Ursprünglich
rechnete ich mich etwa 200 Besuchern. Umso erschrockener war ich
als sich nach meinen Berechnungen knapp 1000 Leute im Saal
einfanden. Entsprechend nervös begann ich. Jedoch legte sich die erste
Nervosität schnell und ich konnte die geplanten Punkte
rüberbringen. Das Maskottchen von der Stoppseite
der Vereinigten Arabischen Emirate fand ebenso Gefallen. Insgesamt
war der Vortrag aus meiner Sicht gut gelungen und die Kommentare der
Zuhörer bestätigten den Eindruck.
Der Vortrag zu Wikileaks war
für mich dann der Highlight des Tages. Nach einer Einführung zum
Projekt stellten die Macher dann die spektakuläre Idee vor. Island
wurde in der Vergangenheit sehr stark von der Finanzkrise gebeutelt
und bei deren Kaupthing-Bank fand geradezu eine Plünderung
statt. Wikileaks sorgte dafür, dass die daran beteiligten Firmen
veröffentlicht wurden. Die Einwohner des Landes waren extrem dnkbar
dafür und haben keine Lust mehr auf diverse Finanzhaie. Stattdessen
hat sich die Regierung den Plänen der Wikileaks-Macher
angeschlossen, aus Island ein Offshore-Information-Center ähnlich
den Offshore-Finanz-Centern zu machen. Das heißt, die Legislative
werden demnächst ein Gesetz einbringen, die Pressefreiheit,
Informantenschutz und Recht auf Anonymität garantieren. Weiterhin
bietet das Land die Ressourcen, um Datencenter zu betreiben. Wenn
das klappt, wäre das ein großer Schritt in die richtige
Richtung. Wikileaks bittet daher um Unterstützung. Entweder sollen
Interessierte direkt mit nach Island kommen, um die Abgeordneten zu
überzeugen oder man kann auch vom Festland aus über die Pläne
berichten. Ich bin sehr gespannt, ob das klappt.
Roger Dingledine vom Tor-Projekt erzählte ebenfalls ein wenig über Zensur und wie Tor
mit den Brückenservern bei der Umgehung hilft. Für mich brachte der
Vortrag wenig neues. Aber es ist immer wieder schön, die Personen vom
Projekt zu treffen und ein paar Worte zu wechseln.
Grundsätzlich verbrachte ich große Teile des Tages mit Gesprächen,
dem Austausch von Ideen und ähnlichen. Gegen zwei Uhr war der Tag zu
Ende und mit Vorfreude auf die weiteren Tage ging es dann ins Bett.