Da ich vorhin über die TED-Konferenz schrieb, schiebe ich hier noch ein Video nach. Kakenya Ntaiya erzählt ihre Geschichte. Sie besuchte auf den Willen ihrer Mutter die Schule und erkannte den Wert der Bildung für sich. Heute errichtet sie Schulen und versucht ihre Idee weiterzutragen. Es ist schon erschreckend zu hören, was ihr bzw. ihrer Mutter wiederfahren ist.
Ich schaue mir gern diverse TED-Vorträge an. Die TED steht für Technology, Entertainment und Design. Die Konferenz will hochklassige Vorträge bieten. Viele davon sind inspirierend, bringen neue Ideen mit oder sind einfach unterhaltsam. Bisher sind mir noch keine schlechten Vorträge untergekommen, höchstens welche, die mich nicht interessieren. Kürzlich lief mir der Artikel »When TED Lost Control of Its Crowd« vom Harvard Business Review über den Weg. Der Autor schrieb von zwei Lokal-Konferenzen, wo höchst fragwürdige Vorträge geboten wurden. Allerdings beschreibt der Artikel sehr gut, wie die Organisatoren der TED darauf reagierten und wie es weiterging. Anstatt nämlich den Kopf in den Sand zu stecken, haben Sie über verschiedene Plattformen mit den Hörern diskutieret und Lehren gezogen.
Der Artikel ist zwar recht lang, aber eine lohnenswerte Lektüre.
In aller Welt finden momentan so genannte CryptoPartys statt. Diese sollen in einer entspannten Atmosphäre Nutzer über verschiedene Aspekte von Kryptografie bzw. Anwendungen aufklären. Die erste CryptoParty in Jena steht vor der Tür. Am kommenden Freitag, dem 23. November 2012, startet im Krautspace eine CryptoParty. Ich werde dort ein paar Worte zu Kryptografie im Allgemeinen verlieren und später tiefer in Richtung OTR eintauchen. Vermutlich werde ich nur die theoretische Seite erklären können, da es im Krautspace immer noch kein Internet gibt. Weitere Vorschläge sind im Wiki unter dem Punkt Inhalte aufgelistet. Die Veranstaltung findet nach dem Prinzip der Barcamps statt. Das heißt, wer will, kann einen Vortrag oder Workshop halten.
Ich würde mich freuen, wenn recht viele zu der Veranstaltung kommen und sich von den Vorteilen der Kryptografie überzeugen lassen. Vermutlich sind auch Reporter von Dradio Kultur anwesend. Also seid darauf gefasst, interviewt zu werden.
Update: Kleinen Fehler beseitigt. Vielen Dank an fpunktk
Jacob Appelbaum hat bei der Konferenz eine Keynote gehalten. Er geht hier sehr stark auf den Begriff der Freiheit ein, den Richard Stallman geprägt hat und erzählt etwas über Lawful Interception sowie Zensur.
Der Startschuss für die Chemnitzer Linux-Tage 2012 ist gefallen. Sie werden am 17. und 18. März 2012 stattfinden und stehen unter dem Motto »Kernelkraft und erneuerbare Synergien«. Wenn ihr also etwas Interessantes rund um das Thema GNU/Linux zu berichten habt, dann reicht einen Vortrag ein oder versucht einen Stand zu registrieren. Ich freue mich schon auf zwei spannende Tage im nächsten Jahr.
Wie verändert das Internet die Wissenschaft, die Politik und die Wirtschaft und welche Chancen bietet es, demokratische Verhältnisse und Freiheit für alle Menschen zu erreichen? Diese Frage stellt das Symposium www.wissen-und-macht.com Die neue Freiheit im Internet. Das Symposium teilt sich in drei Bereiche, die das Internet als Bildungsinstrument, als politisches Instrument sowie als Wirtschaftsinstrument betrachten. In jedem Bereich werden verschiedene Redner ein Thema anreißen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wird versucht, dieses später zu vertiefen. Ich werde im Bereich Internet als politisches Instrument etwas zu Zensur im Internet erzählen. Schaut euch einfach das Programm an. Ich finde es sehr interessant. Wer nicht selbst in Berlin sein kann, dem bietet das Hasso-Plattner-Institut einen Livestream an. Der Twitter-Hashtag ist wohl #wissen2011 und ihr könnt die Veranstalter über @wissenundmacht verfolgen.
Der Stura der Uni Jena hatte mich gebeten, einen Vortrag zum Staatstrojaner zu halten. Dem kam ich natürlich gern nach und gestern war es dann soweit. Dabei muss ich mich entschuldigen, dass ich vergass, das hier anzukündigen. Beschwerden wurden entgegengenommen und ich versuche mich zu bessern.
Bei der Vorbereitung fiel mir wieder ein, dass ich bereits 2008 einen Vortrag und eine Ausarbeitung im Rahmen eines Proseminars schrieb. Die damalige Einleitung nutzte ich dann wieder. Im Verlauf des Vortrages bewegte ich mich entlang einer Zeitachse von 2005 und griff mir einige wichtige Punkte heraus. Schließlich kam ich zu den gefundenen Trojanern und stellte die erste sowie die aktuelle, zweite Veröffentlichung vor. Beim rechtlichen Teil versuchte ich, einige wichtige Artikel des Grundgesetzes vorzustellen und erklärte, wie das Bundesverfassungsgericht daraus weitere Rechte ableitet. Schließlich ging ich auf das Urteil zur Online-Durchsuchung und die Diskussion ein. Einige weitere Schlaglichter aus der aktuellen Entwicklung rundeten das Ganze ab. Im letzten Teil versuchte ich anhand von Videos und Interviewaussagen von Politikern mal den Spin und teils die Unwahrheiten nachzuzeichnen.
Im Anschluss gab es dann eine längere Diskussion. Für mich war das eine sehr schöne, weil lebhafte Veranstaltung. Ich kann nur hoffen, dass die Zuhörer das ebenso gesehen haben. Meine Folien befinden sich mittlerweile online. Die PDF-Datei ist knapp 7MB groß.
Eine alte Redewendung besagt: „Reden ist Silber, Schweigen ist
Gold.“ Gerade im Hinblick auf polizeiliche Ermittlungen ist dieser
Hinweis wirklich Gold wert.
Auf dem 23C3 begeisterte der Rechtsanwalt Udo Vetter viele Zuhörer mit seinem
Vortrag Sie haben das Recht zu schweigen. Er
gab damals einige Hinweise, wie man sich bei einer Hausdurchsuchung
verhalten soll. Der mit Abstand wichtigste Hinweis fand sich schon im
Titel.
Einige Zeit später stieß ich auf ein Video eines amerikanischen
Professors (siehe unten). Auch er erklärte seinen Zuhörern, warum es beim Kontakt
mit den Polizeibehörden wichtig ist, nichts zu sagen. Dabei ging er
recht methodisch vor und machten an verschiedenen Profilen (Schuldige,
Unschuldige, Lügner, Ehrliche etc.) klar, dass niemand einen Vorteil
hat, ohne Anwalt mit den Behörden zu reden. Der Vortrag wurde von
einem Ermittler ergänzt, der seine Rede mit einer vollumfänglichen
Bestätigung des Vorredners begann.
Dennoch hat sich diese Erkentnis noch nicht herumgesprochen und
sogar hochrangige Personen tappen in die Falle. Der aktuelle The New Yorker beschreibt die Geschichte von Thomas
Drake, einem Ex-NSA-Mitarbeiter und Whistleblower. Drake misfiel die
enorme Geldverschwendung der Behörde sowie die Unrechtmäßigkeit der
Abhörmaßnahmen. Nachdem er intern keinen Erfolg mit seinen Beschwerden
hatte, wandte er sich an die Medien. Durch die Berichte in der
Baltimore Sun kam es zu Ermittlungen und er wie einige andere stand im
Fokus von Ermittlungen. Bei einer Hausdurchsuchung machte er dann wohl
einen entscheidenden Fehler:
…, he viewed the raid as a fresh opportunity to blow
the whistle. He spent the day at his kitchen table, without a lawyer,
talking. […] He also disclosed his computer password.
Insgesamt kooperierte Drake lange Zeit mit den Behörden und
versuchte sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen. Mittlerweile ist
das Ausmaß seiner „Verbrechen“ klar. Laut Anklageschrift soll er fünf geheime Dokumente entwendet und die
Behörden belogen haben. Interessanterweise hatte eines der Dokumente
keinerlei Sicherheitseinstufung. Nach der Anklage war das falsch eingestuft und hätte
geheim sein müssen. Die Schrift behauptet, das hätte er wissen müssen. Ein zweites
Dokument wurde drei Monate nach der Anklage deklassifiziert, also als
nicht geheim erklärt. Dafür erwartet ihn unter Umständen eine Strafe
von 35 Jahren im Gefängnis. Bei der Anklage ist der Punkt mit der
Lüge interessant. Denn wie der oben erwähnte Professor schon
ausführte, kann eben genau das passieren, wenn man sich mitteilt. Das
heißt, erzählt man etwas, dass sich später als unwahr herausstellt
bzw. die Ermittler der Meinung sind, dass es unwahr ist, so führt das
zu einem Extra-Anklagepunkt.
Aber selbst wenn sich jemand vornimmt, nichts zu sagen, so dürfte
das in der realen Situation schwierig sein. Zum einen ist eine
Hausdurchsuchung für die meisten eine sehr ungewohnte, belastende
Lage. Hier wird es schwer, sich an seine „Vorsätze“ zu erinnern. Zum
anderen beschreibt der oben genannte Ermittler die Verhältnisse ganz
gut. Er sagt: „Stellen Sie sich vor, ein Normalbürger steigt mit einem
Profiboxer in den Ring. Wer wird den Kampf gewinnen?“ Der Profiboxer
ist in dem Fall der Ermittler, der eine umfassende Ausbildung darin
bekommen hat, wie er Menschen zum Reden bekommt. Aber wer von euch
hatte schon eine Ausbildung im Schweigen? Der Ermittler beschreibt
auch sehr schön die diversen Tricks, mit denen er sein Ziel
erreicht.
Solltet ihr mal in eine solche Situation kommen, dann antwortet
einfach auf jede Anfrage eures Gegenübers mit dem Satz: „Bitte nehmen
Sie zur Kenntnis, dass ich keine Aussage machen möchte“ (frei nach den
Worten von Udo Vetter). Hoffentlich wird dann alles gut.
Die Welt der Medien – etablierter wie alternativer – ändert sich in dramatischem Tempo. Das Aufkommen von Leaking-Plattformen, die es Whistleblowern ermöglichen, wichtige Informationen, die sonst nicht gefahrlos publiziert werden könnten, an die Öffentlichkeit zu bringen hat viel Wirbel erzeugt. Das wesentliche dabei ist jedoch nicht die konkrete Plattform oder die Personen dahinter. Wichtig ist vielmehr der Beweis, dass Leaken möglich ist und das sich dadurch reale Veränderungen erreichen lassen. Bei der Betrachtung gilt es, den Unterschied zwischen der Privatsphäre von Personen und den Geheimnissen von Staaten nicht zu verwischen oder durcheinanderzubringen und die Fragen nach der ethischen Verantwortbarkeit nicht zu vergessen.
Sucht ihr einen Vortrag mit hohem Unterhaltungswert? Dann schaut euch mal Desktop on the Linux... (and BSD, of course) an. Der Vortragende will ein wenig über die Desktopsituation bei aktuellen Linuxdistributionen herziehen aka ranten. Insbesondere geht es um d-bus, ConsoleKit und andere. Der Autor dieser Software, Lennart Poettering, nahm vorher Notiz und sitzt mit im Saal. Entsprechend fallen dann die Einwürfe aus. Leider ist der Vortragende darauf wohl nicht vorbereitet und wirkt dann teils schwach. Anschauen und eine Tüte Popcorn bereit halten!
Das neue Jahr klopft schon heftig an die Tür und die Organisation der Chemnitzer Linux-Tage läuft auf Hochtouren. Im März 2011 ist es dann soweit. Besucher werden wieder aus vielen tollen Beiträgen auswählen können und netten Menschen an Ständen treffen. Doch bevor es soweit ist, braucht es Freiwillige. Daher rufen die Organisatoren zur Einreichung von Beiträgen auf. Die Hauptthemen in diesem Jahr sind:
Emulatoren
IT-Dokumentation
Business Intelligence
Kernel
Bis zum 5. Januar 2011 habt ihr nun Zeit, euch Gedanken zu machen und aktiv zu werden.
Die Frage Freiheit oder Sicherheit? wird in der politischen Debatte um Bürgerrechte immer wieder postuliert. Die Evangelische Akademie Thüringen nimmt sich im Rahmen eines Seminars diesem Thema an. Das Seminar Web 2.0 – Stasi 2.0 trägt den Untertitel Perspektiven freiheitlicher Demokratie in der digitalisierten Medienwelt und geht insgesamt über drei Tage.
Am 24.September 2010 finden Vortrag und Diskussion zu Freiheit oder Sicherheit? Nutzen und Gefahren der Vorratsspeicherung von Kommunikationsdaten. mit Dr. Christoph Bergner und Rena Tangens statt. Am folgenden Samstag startet der Tag mit einer Diskussion. Tankred Schipanski, Dr. Jan Schönfelder und Christopher Ramm bearbeiten dabei das eingangs genannte Thema. Am Nachmittag stehen dann Workshops auf dem Plan. Frank Reuschel von der Internetermittlung des LKA Thüringen wird einen Einblick in seine Arbeit geben. Friedrich Doehring erzählt, welche Spuren im Netz er auswertet, um gutes Personal zu finden und ich werde darlegen, wie man seine Spuren möglichst gut versteckt.Der Tag klingt dann mit einem Vortrag des ehemaligen Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reinhard Höppner aus.Am Sonntag morgen wird die Frage gestellt, wie sich politische Ziele umsetzen lassen. Auf dem Podium treffen sich Vertreter von SPD, Grünen, Piratenpartei sowie der Aktion Zivilcourage Pirna e.V.
Ich glaube, dass das ein sehr interessante Veranstaltung wird und würde mich über rege Teilnahme freuen. Die Anmeldung erfolgt über die Seiten der EAT.
Ich habe es leider verpasst, den Vortrag an dieser Stelle anzukündigen. Daher nur der Hinweis auf die PDF-Folien. Beim letzten Stammtisch trug Sebastian Wagner zum Thema SQL-Injections bei Webanwendungen vor. Anhand der klassischen Kombination von PHP und MySQL zeigte er einige Einstiegspunkte für SQL-Injections und erklärte, wie diese zu verhindern sind.
Letztes Wochenende startete in Chemnitz wieder das
Linux-Event des Jahres, die Chemnitzer
Linux-Tage. In den letzten Jahren hatte ich traditionell das Keysigning
geleitet. Dieses Jahr wollte ich mal wieder einen Vortrag
machen. Akzeptiert wurde der Vorschlag LaTeX
-- das Multitalent. Hier gab ich einen Überblick über das
Textsatzsystem LaTeX. Der Vortrag beinhaltete eine kurze Einführung in
das Thema, eine Vorstellung, wie ein LaTeX-Dokument aussieht und
schließlich einige Beispiele. Ich habe die Folien zum
Vortrag hochgeladen. Das ist eine PDF-Datei mit einer Größe von
etwa 10 Megabyte.
Die Audio-Aufzeichnung ist mittlerweile auch online und kann auf
den Seiten des Vortrages oder unter angehört werden. Leider hatte das
Mikro einen Wackelkontakt. Daher scheint meine Stimme manchmal zu
verschwinden. Beim nächsten Vortragenden wurde das Mikro getauscht und
es hört sich gleich besser an.
Schülerinnen und Schüler aufgepasst! Habt Ihr Interesse an den Hintergründen der Informatik? Dann besucht am Samstag die Uni Jena. Zum Tag der Informatik 2010 erzählen euch Professoren aus der Fakultät für Informatik sowie Fachleute aus der Praxis Details aus deren täglicher Arbeit. Die Themen umfassen Biometrie, Geometrie und die Diagnose technischer Systeme. Zum krönenden Abschluss wird es dann eine Podiumsdiskussion geben. Experten vom CCC, aus der Informatik und der Jurisprudenz diskutieren, ob die Informatik zum Totengräber der Privatsphäre wird. Es klingt spannend. Ich würde mich freuen, wenn sich am Samstag zwischen 11 und 15 Uhr viele aufraffen und in den Hörsaal 4 am Ernst-Abbe-Platz kommen. Viel Spass bei der Veranstaltung.