Wednesday, May 16. 2012FYX und die Geolocation
Der neuseeländische Internetprovider FYX startete vor kurzem mit einem großen Versprechen. FYX wollte das Blockieren von Inhalten auf Basis der Orts (Geo-Blocking) aufheben. Wenn ihr beispielsweise die Video-on-Demand-Seite Netflix oder den BBC iPlayer aufsuchen wollt, so seht ihr außer einer Warnung wenig. FYX bot seinen Kunden einen Internetzugang im »global mode« (Globaler Modus) an. Damit sollten sämtliche Regionalbeschränkungen umgangen werden. Die Zeitung National Business Review befragte Justin Graham, ob dies nach neuseeländischem Recht überhaupt erlaubt ist. Er antwortete darauf:
It is consistent with New Zealand's policy on intellectual property, parallel importing and geographical restrictions, namely that geographical restrictions are not consumer-friendly and New Zealand consumers should be able to access copyright content in a competitive and cost-effective environment. Allerdings kann es durchaus sein, dass man die AGBs des jeweiligen Anbieters verletzt. Genauere Details müssten in einem Verfahren ausgefochten werden. Doch bevor dies passieren konnte, schaltete FYX den Dienst wieder ab. Auf der Webseite schreibt das Unternehmen, dass gewisse Dinge geprüft werden müssen. Solange bleibt das Angebot geschlossen. FYX wäre wohl weltweit der erste ISP mit einem solchen Angebot gewesen. War das nun nur ein Lockangebot, um schnell bekannt zu werden? Möglicherweise hat die Firma auf den Skandal gehofft. Nutzer, die derartige Beschränkungen aufheben wollen, sind eventuell mit Smartdns oder speziellen VPNs momentan besser beraten. via Technology Spectator: FYXing a new copyright can of worms Wednesday, April 25. 2012Mein erster Eindruck zu DuolingoGegen Ende des letzten Jahres hörte ich den Vortrag von Luis von Ahn. Er erzählte zuerst ein paar interessante Details zu ReCAPTCHA. Danach kam er auf sein neues Projekt, Duolingo, zu sprechen. Während reCAPTCHA hilft, Bücher zu digitalisieren, soll Duolingo helfen, das Web zu übersetzen. Wie soll das gehen?
Die Seite sammelt Leute, die eine Sprache lernen wollen. Derzeit werden die Sprachen Deutsch, Englisch und Spanisch angeboten. Sobald man angemeldet ist, bekommt man kleine Lernbausteine vorgesetzt. Wie im Sprachunterricht, lernt man kleine Wörter und Sätze. Dabei muss man einen Text von Sprache A nach B und von B nach A übersetzen. Es gibt Hörbeispiele, die man in der Originalsprache wiedergeben muss. Die einzelnen Bausteine sind dabei zum Teil voneinander abhängig, d.h. es muss erst einer erfolgreich absolviert werden, bevor ein anderer begonnen werden kann. Der Skill Tree links zeigt die bisher absolvierten Module und der Strich zwischen den Modulen stellt die Abhängigkeit dar. So muss von dem Baustein Phrases erst Basics 1 absolviert sein und vor Food kommt Basics 2 und damit auch Basics 1. Erfahrene Sprecher können eine Abkürzung nehmen. Es gibt mehrere Meilensteine. Wenn man der Meinung ist, alles gut zu beherrschen, macht man einen Test. Wenn dieser erfolgreich ausgeht, muss man nicht jedes Einzelmodul absolvieren.
Neben dem Erlernen der Bausteine bietet Duolingo eine tägliche Übungseinheit an. Damit wird das bisher Gelernte einfach wiederholt. Der grüne Stern in obigem Bild zeigt das nächste empfohlene Modul an. Der Fortschrittsbalken innerhalb der Bausteine steht zum einen dafür, dass das Modul erfolgreich gelernt wurde und zum anderen auch dafür, dass man »Zusatzleistungen« erbracht hat.
Genau die Zusatzleistungen sind das Übersetzen fremder Webseiten. Quasi sofort nachdem der erste Baustein absolviert wurde, werden bestimmte Webseiten angezeigt. Nun kann man diese Satz für Satz übersetzen. Jeder Satz bringt eine gewisse Anzahl Punkte. Ich hatte schon mehrfach Texte von Diario del Viajero. Ein Eintrag wird satzweise zerhackt und man übersetzt. Man kann über jedes Wort mit der Maus fahren und bekommt Übersetzungen präsentiert. Gerade am Anfang, wo die Sprachkenntnisse eher dürftig sind, bekommt man den Text halbwegs zusammen. Ist die Übersetzung dann abgeschickt, so kann man Übersetzungen anderer Nutzer bewerten. Dadurch versucht Duolingo die Spreu vom Weizen zu trennen und auf die im Video erwähnten guten Leistungen zu kommen. Anfangs ist das Übersetzen eher mühselig. Denn pro Satz kennt man nur wenige Worte. Das sorgte bei mir auch für ein wenig Frustration. Daher fände ich es besser, wenn für die ersten Bausteine Webseiten mit einfachen Texten gewählt würden. Ich könnte mir vorstellen, dass gerade Seiten für Kinder sinnvoll wären. Denn wenn der Nutzer mehr Worte kennt, ist das initiale Erfolgserlebnis höher. Auf der anderen Seite hatte ich einige Seiten eines Rezepteblogs zu übersetzen. Bei den Zutaten werden ähnliche Worte verwendet und da stellte sich ein gewisser Lerneffekt ein. Ich empfand die Bedienung der Webseite manchmal ein wenig hakelig. Im Allgemeinen fährt man gut, wenn man dem grünen Stern folgt. Das heißt, genau das machen, was empfohlen wird. Daneben erzeugt das JavaScript auf meinen Rechner eine hohe Last. Auch das gezielte Deaktivieren einiger Schnippsel half nicht. Was ich mich die ganze Zeit frage, ist was denn mit der Übersetzung passiert. Es wäre ja sinnvoll, wenn diese der Originalseite zur Verfügung gestellt werden. Rene meinte kürzlich, dass sein Blog von Duolingo bearbeitet wird. Aus meiner Sicht wäre es sinnvoll, wenn Duolingo auf den Betreiber zukommt und ihm anbietet die übersetzten Inhalte einzubinden. Alles in allem halte ich Duolingo für ein sehr spannendes Projekt. Falls ihr Lust habt, Englisch oder Spanisch (vermutlich könnt ihr bereits Deutsch
Continue reading "Mein erster Eindruck zu Duolingo" Monday, March 26. 2012Das Kryptosystem von John NashDer Mathematiker John Nash wird einigen aus dem Spielfilm A beautiful mind bekannt sein. Dort wird sein Leben (zum Teil etwas ungenau) nachgezeichnet. Noch heute ist der Begriff des Nashgleichwichts in der BWL und der Informatik wichtiger Lehrstoff. Vor kurzem veröffentlichte die NSA einen Brief von Nash, den er 1955 an den Geheimdienst schrieb. In dem Brief beschreibt Nash ein Kryptosystem, oder Ver-/Entschlüsselungsmaschine. Es ist unklar, inwieweit die NSA hierauf reagiert hat. Dennoch äußert Nash einige grundlegende Ideen. Ron Rivest hat für seinen Krypto-Kurs eine Implementation in Python geschrieben. Wer es mag, kann ja eine Kryptoanalyse versuchen. :-) CAcert-Training in Jena
Assurer aufgepasst! CAcert veranstaltet diese Woche in Jena ein Training. Jeder, der sich gern bei der freien, community-basierten Zertifizierungsinstanz engagieren, möchte ist dazu herzlich eingeladen. Das Training startet am 29. März 2012 um 19 Uhr. Wir treffen uns im Raum E006 des Universitätsrechenzentrums der Universität Jena (Am Johannisfriedhof 2). Viel Spass bei der Teilnahme!
Wednesday, March 21. 2012Ein Zwischenstand meines Telekom-FailsMit einer Mischung aus Spannung und Zuversicht meldete ich mich Anfang Februar im Kundencenter der Telekom an. Ein freudiges Ereignis kündigte sich an und die Telekom sollte unbedingt davon erfahren: Ein Umzug. In diversen Foren, Blogs und anderen ist immer mal wieder von Problemen zu lesen und ich war hoffnungsfroh, dass bei mir alles glatt geht. Schließlich zog ich innerhalb einer Stadt um und nahm den langjährigen Anschluss der Telekom einfach mit. Doch wie ich heute weiß, war das weit gefehlt (oder sollte ich gefailt schreiben?). Von den verschiedenen Tarifoptionen schien mir der IP-basierte passend. Die Verfügbarkeitsprüfung verkündete stolz, dass dies an meinem Standort verfügbar sei. Am Ummeldetag steckte ich dann den Router voller Vorfreude in die Buchse. Nichts geschah. Auch in den Folgetagen tat sich nichts. Na gut, es waren Möbel zu schleppen, Kisten zu schieben usw. Die Wohnung war schließlich eingeräumt. Nur der Anschluss blieb still. Das Kundencenter wies immer noch mutig, den längst verstrichenen Umzugstermin als Termin für die Ummeldung aus. In einer Ruhepause schilderte ich dem Kontaktformular meine Probleme und hoffte auf Klärung. Doch nach mittlerweile drei Wochen hat es niemand für nötig gehalten, darauf zu antworten. So versuchte ich mein Glück im nahegelegenen T-Punkt. Die Mitarbeiter schauten in ihre Bildschirme und meinten: »Da ist etwas schief gelaufen. Rufen Sie doch die Hotline an. Wir wissen nicht weiter.« Wieder zu Hause klingelte ich bei der Hotline durch. Der Mitarbeiter erzählte mir, dass da ein Fehler passiert wäre. Er selbst weiß nicht, was das Problem ist und versprach mich zurück zu rufen. Heute sind mehr als zwei Wochen vergangen. Ein Anruf ging genauso wenig ein, wie eine Antwort auf die Frage beim Kontaktformular. Neuer Tag, neues Glück. Ich greife wieder zum Telefon und rufe die Hotline an. Diesmal habe ich Glück und der Mitarbeiter wühlt sich durch das Intranet. Schließlich kommt er aufgrund der Fehlermeldung zu dem Schluss, dass ein IP-basierter Anschluss nicht möglich ist. Diese Erkenntnis dauerte »nur« einen Monat. Dann recherchierte er weiter und meinte, dass ein Universal-Anschluss buchbar ist. Immerhin etwas. Am nächsten Tag suchte ich mir einen Rechner mit Internetanschluss und wollte meinen Umzug vollenden. Doch was sahen meine Augen? Der DSL-Anschluss, der am Vorabend noch problemlos zu buchen war, sollte angeblich nun nicht mehr funktionieren. Interessant ist dabei, dass ausschließlich meine Adresse keine Verfügbarkeit für DSL hat. Selbes Haus, anderer Eingang: geht. Nachbarhaus, naheliegendster Eingang: geht. Beliebige andere Häuser in selber Straße oder umliegenden Straßen: gehen. Kleines Detail am Rande: KVz und Outdoor-DSLAM liegen quasi eine Armlänge von meinem Fenster weg. Nun rufe ich also wieder an. Einiges Klicken und Suchen der Mitarbeiterin ergibt, dass wohl tatsächlich kein DSL möglich sei. Warum das vor ein paar Tagen noch problemlos gehen sollte, konnte sie mir nicht beantworten. Als Lösung bot sie DSL über UMTS an. Mit 40 € im Monat für vielleicht 2MBit finde ich das viel zu teuer. Dann warte ich noch auf das LTE, was sich am Horizont ankündigt. Aber immerhin geht nach ihrer Auskunft ein gemeiner Telefonanschluss. »Na gut«, denke ich, »wenn ich schon nicht das Internet benutzen kann, so kann ich wenigstens telefonieren.« Aber ich hätte es wissen sollen. Vor wenigen Minuten versuchte ich, den Umzug endlich abzuschließen und den Telefonanschluss mitzunehmen. Aber das Kundencenter schreibt in dicker roter Schrift, dass ein Umzug des Telefonanschlusses nicht möglich ist. Ich will mir gar nicht ausmalen, was ich morgen höre, wenn ich die Hotline bemühe … Wednesday, February 15. 2012Ein Tag voll failDer Valentinstag war nicht mein Tag. Dabei begann der Tag ganz gut. Ich musste ein paar Seiten Text schreiben und schaffte das gewünschte Pensum. Doch morgens wollte ich das Radio OKJ besuchen. Denn ich hatte ein Interview mit Michael Prokop für den Datenkanal geführt. Auf der Aufzeichnung gab es ein paar Effekte, die weg sollten und ich wollte die Mitarbeiter befragen, wie man das am besten macht. Doch der Sender war noch nicht besetzt und ich musste unverrichteter Dinge abziehen. Also versuchte ich, nachmittags eher im Studio zu sein, um das Problem anzugehen. Ich wollte das Interview in Teilen ausstrahlen und die Abschnitte dann zusammen mit Jörg diskutieren. Aber schon die Schnittsoftware Samplitude hatte aus unserer Sicht einige Tücken und machte nicht das, was wir wünschten. Leider konnte der Mitarbeiter hier nicht wirklich helfen. Aber wir waren zuversichtlich, denn wir hatten die Dateien. Aber im Studio änderte sich die Lage. Die abzuspielenden Dateien werden in eine Software namens mAirList geladen und bei Bedarf abgespielt. Doch gerade die Interviewdateien machten Probleme. Einige gingen, andere nicht. Der Grund ist mir nach wie vor unklar. Daher beschlossen wir kurzerhand das Interview wegzulassen und bestritten die Sendung zu zweit. Nach der Sendung bekamen wir den Mitschnitt und als ich probeweise reinhörte, staunte ich nicht schlecht. Statt unseres Gesprächs hörte ich ein Rauschen und Knacksen. Weit, weit im Hintergrund waren auch unsere Stimmen zu hören. Das lag wohl daran, dass die Sendung trotz Anmeldung nicht im Programm zu finden war. Damit lief zu der Zeit kein Rekorder, sondern es wurde über ein Backupwerkzeug die Aufzeichnung angefertigt. Offensichtlich ist das aber kaputt. Damit verließen wir den OKJ und überlegten, ob wir eventuell die Sendung nochmal aufzeichnen. Eventuell wird es also eine Version 2a geben, die das Thema nochmal behandelt. Auf jeden Fall werden wir das Interview mit mika veröffentlichen. Abends hatte ich einen Termin. Als ich die Treppe hinunterlief, bemerkte ich einen Gestank, der immer stärker wurde. Es roch extrem verbrannt. In der Etage, wo der Gestank am stärksten war, fragte ich eine Bewohnerin. Diese hatte das bemerkt und die Nachbarn im Verdacht. Doch für mich war eindeutig, dass der Geruch in der Etage entstand. In der gegenüberliegenden Wohnung brannte Licht. Aber weder auf Klingeln noch auf Klopfen und Rufen öffnete jemand. Allerdings steckte der Schlüssel von innen. Grund genug, sich Sorgen zu machen. Die Mitbewohner hatten Angst, die Feuerwehr zu rufen. Denn schließlich könnte sich alles als unbegründet herausstellen. Auf der anderen Seite erinnerte ich mich an das CRE153 zu Feuerwehren.Dort wurde nach meiner Erinnerung gesagt, wenn man länger als drei Sekunden über eine Situation nachdenkt und keine Lösung findet, sollte man auf jeden Fall die Feuerwehr rufen. Das war hier auf jeden Fall gegeben. Da ich eh an der Hauptwache vorbei musste, machte ich den Bewohnern den Vorschlag, mich zu erkundingen. Der dortige Feuerwehrmann war eindeutig der Meinung, dass sie sich das anschauen wollen und müssen. Er bat mich, als Ansprechpartner zur Wohnung zurückzukehren. So fuhr ich etwas aufgeregt zurück und unterwegs schaute ich in ein rotes Licht. Na super, also bekomme ich demnächst ein schönes Foto. Zurück im Haus erwarteten mich die Mitbewohner und erzählten mir glücklich, dass die Frau geöffnet hatte. Ich erzählte, dass hinter mir eine Horde Feuerwehrleute kommt. Abends, wieder zu Hause angekommen, war mein Plan, den Laptop zu öffnen und noch einiges zu (ver)arbeiten. Aber der Anschaltknopf meines Laptops reagierte nicht mehr. Unglücklicherweise war mein Werkzeug woanders. Also nochmal ins Auto und Werkzeug geholt. Aufschrauben und Reinigen aktivierte den Knopf dann wieder. So beendete ich meinen Tag voller Fails. Sunday, January 29. 2012Gründung des Hackspace in Jena
Die weltweite Hackerspace-Bewegung ist seit einger Zeit schon in Jena angekommen. Heute wird nun auch der formale Schritt vollzogen. Um 14:45 Uhr treffen sich alle Interessierten am Haupteingang des Intershop-Turms. Eine Viertel Stunde später beginnt die Vereinsgründung.
Friday, January 27. 2012Keynote von Jacob Appelbaum bei linux.conf.au
Jacob Appelbaum hat bei der Konferenz eine Keynote gehalten. Er geht hier sehr stark auf den Begriff der Freiheit ein, den Richard Stallman geprägt hat und erzählt etwas über Lawful Interception sowie Zensur.
Thursday, January 12. 2012Der Datenkanal ist auf Sendung
Ich will kurz Werbung für ein neues Projekt von Jörg und mir machen. Seit dem 10. Januar sind wir unter die Radio- und Podcastmacher gegangen. Der Offene Hörfunkkanal Jena bot uns die Möglichkeit, eine Radiosendung zu produzieren und live über den Äther auszustrahlen. Wir versuchen daraus eine monatliche Sendung zu machen. Die Themen kommen aus dem Bereich Computer und Datenverarbeitung im weiteren Sinne. Die Webseite datenkanal.org wird sich langsam mit Inhalten füllen. Der erste Podcast steht schon online. Schaut doch mal nebenan vorbei und hört rein.
Tuesday, December 27. 2011Neue Ideen zur Internetüberwachung
Zwischen den Feiertagen werden ja gern mal unausgegorene Ideen in die Welt hinaus geblasen. So fühlt sich die Meldung an, die bei ZEIT Online zu lesen war: Kinderporno-Fahndung bei allen Internetnutzern. Kai Biermann schreibt dort, dass die Initiative White IT die Internetanbieter dazu bringen will, selbst auf die Suche nach Mißbrauchsbildern gehen soll. Dazu gibt es eine Datenbank, in der alle Bilder vermerkt sind und zu jedem Bild existiert eine Prüfsumme (Hash). Der Internetanbieter berechnet seinerseits die Prüfsumme von Bildern aus dem Datenstrom seiner Kunden. Falls es eine Übereinstimmung mit dem Eintrag in der Datenbank gibt, so schlägt die Software Alarm.
Doch wie sinnvoll ist eine derartige Idee? Oberflächlich betrachtet klingt das vielversprechend. Aber schaut euch mal die vier Bilder unten an. Entdeckt ihr einen Unterschied? Die Prüfsummen (SHA-224) der Dateien sind 7fab23221b7a000ec0ab18431d58e2e58c16e3093bbf54084f22e802, c33230b4341d8b1f08a90382e27a145dff1d8208b5c25195674ee2e8, 69ff77157382503ae68d1cf4354034b640c7593465e383a0db51df9b und 87426dcee42ceb7f507eac515f5620bcb359364405a0abbd240364d8. Also rein technisch sind diese verschieden. Der Screenshot wurde in verschiedenen Formaten gespeichert und mit unterschiedlichen Qualitätsstufen. Wenn man das Spiel weitertreibt, könnten mehrere tausend (eventuell sogar Millionen) Varianten des Bildes angefertigt werden, die alle gleich aussehen, aber unterschiedliche Prüfsummen besitzen. Das Prüfprogramm müsste eben alle diese Varianten kennen oder die Änderungen intelligent erkennen. Aber selbst im letztgenannten Falle bieten sich derartig viele Möglichkeiten, dass Erkennungsprogramm zu umgehen, das die Idee besser schnell wieder beerdigt gehört. Denn während bei der Vorratsdatenspeicherung „nur“ auf die Verbindungsdaten zugegriffen wurde, schauen hier beliebige Internetanbieter direkt in die Inhalte der Kommunikation hinein. Der Plan geht also wieder einen Schritt weiter in Richtung Vollüberwachung. Wednesday, November 16. 2011Aktionstage gegen den StaatstrojanerUm den Staatstrojaner ist es nach den diversen Veröffentlichungen wieder recht ruhig geworden. Daher haben die Macher von 0zapftis.info Aktionstage gegen den Staatstrojaner ausgerufen. Zuerst wird es in Berlin am 19. November 2011 eine Demonstration gegen staatliche Überwachung geben. Alle Teilnehmer treffen sich am Rathaus Neukölln und wandern anschließend zum BKA. Ich würde mich sehr freuen, wenn es in anderen Bundesländern ähnliche Aktionen geben würde.
Tuesday, November 15. 2011Startschuss für die Chemnitzer Linux-Tage 2012
Der Startschuss für die Chemnitzer Linux-Tage 2012 ist gefallen. Sie werden am 17. und 18. März 2012 stattfinden und stehen unter dem Motto »Kernelkraft und erneuerbare Synergien«. Wenn ihr also etwas Interessantes rund um das Thema GNU/Linux zu berichten habt, dann reicht einen Vortrag ein oder versucht einen Stand zu registrieren. Ich freue mich schon auf zwei spannende Tage im nächsten Jahr.
Tuesday, November 8. 2011Rezension des Buches „Web-Sicherheit“ von Sebastian KübeckDa die Rezension etwas länger wurde, gibt es in der Artikelübersicht eine Zusammenfassung und in der erweiterten Ansicht alle Details. Ich wurde kürzlich auf das Buch „Web-Sicherheit – Wie Sie Ihre Webanwendungen sicher vor Angriffen schützen“ von Sebastian Kübeck aufmerksam. Das Thema Web-Sicherheit spielt im Rahmen meiner Vorlesung zu IT-Sicherheit eine Rolle und daher war ich sehr daran interessiert, das Buch kennen zu lernen. Der Aufbau des Buches gefiel mir sehr gut. Der Leser kann sich zuerst theoretisches Wissen erarbeiten, steigt dann in praktische Aspekte ein und lernt schließlich, wie er die Probleme umgeht. Beim Lesen fiel mir dann auf, dass einige Teile meinen Erwartungen nicht gerecht werden. So wäre es bei einem Buch über Webanwendungen wünschenswert, dass es zumindest stichpunktartig auf die Techniken des Internet und des Web eingeht. Dieser Teil fehlt hier fast vollständig. Auch werden relevante Aspekte wie beispielsweise SSL zu kurz behandelt. Demgegenüber halte ich die Erwähnung des BTX-Hacks und anderer im Rahmen des Buches vernachlässigenswert. Im ersten und zweiten Teil des Buches findet sich ein ausführliches Literaturverzeichnis. Das sollte dem Leser helfen, tiefer in die Thematik einzusteigen. Es wäre besser, dass die Zitierschlüssel geändert werden und mehr auf Fachliteratur statt auf Zeitschriftenartikel verwiesen wird. Ich kann mich schlecht mit Java als Sprache für das Buch anfreunden. Aus verschiedenen Aspekten halte ich diese für weniger gut geeignet und Sprachen wie PHP, Python oder Ruby wären für mich eine bessere Wahl gewesen. Im Buch selbst ist nach meiner Meinung zu viel Quellcode zu finden. Mindestens ein Fünftel besteht aus abgedrucktem Quellcode. Dabei ist zu viel Irrelevantes mit gedruckt. Für die Beispiele im Buch reichen oft wenige Zeilen. Code über viele Seiten finde ich zu unübersichtlich. Insbesondere auf Grund der Tatsache, dass sich der Autor auch die Arbeit gemacht hat und eine Demoanwendung mitliefert. Hier wäre es empfehlenswert, einfach die zur Erklärung des Beispiels relevanten Zeilen zu drucken und dann auf die betreffende Datei in der Demoanwendung zu verweisen. Insgesamt bietet das Buch Licht und Schatten. Es hat viele gute Ansätze, die aber noch ausgearbeitet werden sollten. Wenn der Autor dies in einer nächsten Auflage schafft, so ist das Buch dann zu empfehlen. Derzeit bin ich unsicher, ob das Buch dem Publikum wirklich den erhofften Mehrwert bringt. Continue reading "Rezension des Buches „Web-Sicherheit“ von Sebastian Kübeck"
Posted by Jens Kubieziel
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Symposium „Die neue Freiheit im Internet“Wie verändert das Internet die Wissenschaft, die Politik und die Wirtschaft und welche Chancen bietet es, demokratische Verhältnisse und Freiheit für alle Menschen zu erreichen? Diese Frage stellt das Symposium www.wissen-und-macht.com Die neue Freiheit im Internet. Das Symposium teilt sich in drei Bereiche, die das Internet als Bildungsinstrument, als politisches Instrument sowie als Wirtschaftsinstrument betrachten. In jedem Bereich werden verschiedene Redner ein Thema anreißen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wird versucht, dieses später zu vertiefen. Ich werde im Bereich Internet als politisches Instrument etwas zu Zensur im Internet erzählen. Schaut euch einfach das Programm an. Ich finde es sehr interessant. Wer nicht selbst in Berlin sein kann, dem bietet das Hasso-Plattner-Institut einen Livestream an. Der Twitter-Hashtag ist wohl #wissen2011 und ihr könnt die Veranstalter über @wissenundmacht verfolgen. Ich freue mich auf eine spannende Veranstaltung! Thursday, October 27. 2011Vortrag zum StaatstrojanerDer Stura der Uni Jena hatte mich gebeten, einen Vortrag zum Staatstrojaner zu halten. Dem kam ich natürlich gern nach und gestern war es dann soweit. Dabei muss ich mich entschuldigen, dass ich vergass, das hier anzukündigen. Beschwerden wurden entgegengenommen und ich versuche mich zu bessern. Bei der Vorbereitung fiel mir wieder ein, dass ich bereits 2008 einen Vortrag und eine Ausarbeitung im Rahmen eines Proseminars schrieb. Die damalige Einleitung nutzte ich dann wieder. Im Verlauf des Vortrages bewegte ich mich entlang einer Zeitachse von 2005 und griff mir einige wichtige Punkte heraus. Schließlich kam ich zu den gefundenen Trojanern und stellte die erste sowie die aktuelle, zweite Veröffentlichung vor. Beim rechtlichen Teil versuchte ich, einige wichtige Artikel des Grundgesetzes vorzustellen und erklärte, wie das Bundesverfassungsgericht daraus weitere Rechte ableitet. Schließlich ging ich auf das Urteil zur Online-Durchsuchung und die Diskussion ein. Einige weitere Schlaglichter aus der aktuellen Entwicklung rundeten das Ganze ab. Im letzten Teil versuchte ich anhand von Videos und Interviewaussagen von Politikern mal den Spin und teils die Unwahrheiten nachzuzeichnen. Im Anschluss gab es dann eine längere Diskussion. Für mich war das eine sehr schöne, weil lebhafte Veranstaltung. Ich kann nur hoffen, dass die Zuhörer das ebenso gesehen haben. Meine Folien befinden sich mittlerweile online. Die PDF-Datei ist knapp 7MB groß.
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