Wednesday, March 13. 2013RFID in der ec-Karte deaktivieren
Der Digital Courage e.V. schrieb in einem Kommentar, dass die RFID-Schutzhüllen doch erhältlich sind. Wenn die Karte in der Hülle steckt, ist sie gut geschützt. Weiterhin könnt ihr einfach eine handelsübliche Alufolie verwenden. Die Karte wird damit umwickelt und die Übertragung ist gestoppt. Weiterhin sollten auch Münzen einen Schutz bieten. Das heißt, wenn eure Münzen rings um die ec-Karte liegen, ist die ebenfalls geschützt. Auf Twitter wies @beeblebrax darauf hin, die Funktion nicht zu nutzen. Die Seite »Wie und wo kann ich laden?« schreibt, dass die Karte geladen werden muss. Das kann entweder per Abo oder mit PIN passieren. Ist kein Guthaben drauf oder die Funktion nicht aktiv, so ist alles gut. Wie ihr in den Kommentaren zum Beitrag gelesen habt, überlegt der eine oder andere, den Chip oder die Antenne zu zerstören. Das Bild auf der linken Seite zeigt den Verlauf der Antenne. Die Methoden reichen vom Einschneiden über Lochen bis zum Bohren mit einem 1mm-Bohrer. Überlegt euch, ob ihr das wirklich wollt. Denn wie Engywuck schrieb, haftet ihr unter Umständen für die Schäden, die dadurch entstehen. Der @i8br brachte noch RFID-Zapper ins Gespräch. Hier muss ich mal testen, ob das bei den Karten funktioniert.
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy
at
22:40
| Comments (10)
| Trackbacks (14)
![]()
Nachdem ich kürzlich schrieb, dass ec-Karten auch per RFID auszulesen sind, fragt der eine oder andere, wie sich das verhindern lässt. Der Digital Courage e.V. schrieb in einem Kommentar, dass die RFID-Schutzhüllen doch erhältlich sind. Wenn die Karte in der Hülle steckt, ist sie gut geschützt. Weiterhin könnt ihr einfach eine handelsübliche Alufolie verwenden. Die Karte wird damit umwickelt und die Übertragung ist gestoppt. Weiterhin sollten auch Münzen einen Schutz bieten. Das heißt, wenn eure Münzen rings um die ec-Karte liegen, ist die ebenfalls geschützt. Auf Twitter wies @beeblebrax darauf hin, die Funktion nicht zu nutzen. Die Seite »Wie und wo kann ich laden?« schreibt, dass die Karte geladen werden muss. Das kann entweder per Abo oder mit PIN passieren. Ist kein Guthaben drauf oder die Funktion nicht aktiv, so ist alles gut. Wie ihr in den Kommentaren zum Beitrag gelesen habt, überlegt der eine oder andere, den Chip oder die Antenne zu zerstören. Das
Sunday, March 3. 2013ec-Karten per RFID auslesenDas Wort »RFID« jagt sicher einigen Menschen einen kalten Schauer den Rücken hinunter. Sie denken dabei, an den neuen Personalausweis, die Krankenkarte oder zum Teil an die Karte an ihrer Universität und befürchten, dass diese von der Ferne ausgelesen werden kann.¹ Zumindest bei letzteren kann es dabei um »richtiges« Geld gehen. Denn zumindest hier in Thüringen ist auf vielen der THOSKA-Karten ein Geldbetrag zum Bezahlen in der Mensa gespeichert. Die ec-Karten haben meist noch viel mehr Geld verfügbar. Hier meldete Heise und die Welt, dass die Sparkassen alle ec-Karten bis 2015 auf kontaktlose Technik umstellen wollen. Ab August 2012 sollten die Kunden Kleinbeträge bis 20 Euro per ec-Karte kontaktlos zahlen können. Doch wie ist es um die Sicherheit der Karte bestellt? Sollte der Besitzer einen Aluhut tragen oder die Karte in eine Aluhülle stecken? Der untenstehende Screenshot sagt alles: Dies ist eine kleine App auf einem Nexus. Vielen Dank an Christian Kahlo, der die zusammengebastelt hat. Die Anwendung liest die Karten »im Vorbeigehen« aus und zeigt die verfügbaren Informationen an. Was ist dort zu sehen? Ganz oben steht die ISO-Tag-ID. Das ist eine pro Karte eindeutige Nummer. Das heißt, damit kann ein Angreifer eine ec-Karte gegebenenfalls immer wieder erkennen. Gerade der viel gescholtene nPA macht das eindeutig besser. Dort wird die Tag-ID zufällig ausgelost. Das heißt, der Besitzer des Ausweises ist über das Merkmal eben nicht zu erkennen. Für den Besitzer einer solchen ec-Karte sieht es ganz anders aus. Selbst wenn die ec-Karte zufällige Tag-IDs verwenden würde, so wird nach dem derzeitigen Stand immernoch eine eindeutige Seriennummer ausgegeben. Die anderen Angaben sind aus meiner Sicht recht selbsterklärend. Die Kartennummer, Gültigkeit etc. finden sich auch auf der Karte. Der Ladebetrag ist mit Sicherheit ein Feld, was einen technisch ausgestatteten Räuber interessieren könnte. Auf die Art muss er nicht mühsam dutzende von Geldbörsen klauen, sondern kann sich um die lukrativen Fälle kümmern. Ich habe das Gefühl, dass bei der Karte die Kunden zu Recht einen Schauer haben müssen. Der Digital Courage e.V. sollte seine RFID-Schutzhülle schnell wieder ins Programm nehmen. Die Sparkasse bedient immerhin 45 Millionen potenzielle Kunden. PS: Der Datenkanal hat den neuen Personalausweis in der 14. Sendung ein wenig beleuchtet. ¹: Wobei Ferne bei den Karten wenige Zentimeter heißt. (Auf einen Hinweis von @stephanjauch ergänzt)
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy
at
21:03
| Comments (26)
| Trackbacks (51)
![]()
Das Wort »RFID« jagt sicher einigen Menschen einen kalten Schauer den Rücken hinunter. Sie denken dabei, an den neuen Personalausweis, die Krankenkarte oder zum Teil an die Karte an ihrer Universität und befürchten, dass diese von der Ferne ausgelesen werden kann.¹ Zumindest bei letzteren kann es dabei um »richtiges« Geld gehen. Denn zumindest hier in Thüringen ist auf vielen der THOSKA-Karten ein Geldbetrag zum Bezahlen in der Mensa gespeichert. Die ec-Karten haben meist noch viel mehr Geld verfügbar. Hier meldete Heise und die Welt, dass die Sparkassen alle ec-Karten bis 2015 auf kontaktlose Technik umstellen wollen. Ab August 2012 sollten die Kunden Kleinbeträge bis 20 Euro per ec-Karte kontaktlos zahlen können. Doch wie ist es um die Sicherheit der Karte bestellt? Sollte der Besitzer einen Aluhut tragen oder die Karte in eine Aluhülle stecken? Der untenstehende Screenshot sagt alles: Dies ist eine kleine App auf einem Nexus. Vielen Dank an Christian Kahlo
Monday, February 4. 2013Artikelserie "Mein digitaler Schutzschild" in der ZEITPatrick Beuth hat für die ZEIT ein Experiment gemacht. Er stellte sich die Frage, wie schwierig es für Laien ist, sich anonym und sicher zu bewegen. Diese Erfahrungen schrieb Beutch in der Serie »Mein digitaler Schutzschild« nieder. Für das Experiment kaufte er sich einen neuen Rechner und installierte Ubuntu. Später machte er sich Gedanken zu sicheren Verbindungen über VPN und Tor, nutzte E-Mail-Verschlüsselung mit OpenPGP und verschlüsselte die Festplatte. Die Artikel sind aus der Sicht eines neuen Benutzers geschrieben und sehr interessant zu lesen.
ZEIT Online macht sogar den Sprung vom Artikel in die Praxis und organisiert am 26. Februar eine CryptoParty. Dort zeigen Patrick Beuth und die Organisatoren der CryptoPartys in Berlin, wie die verschiedenen Werkzeuge zu benutzen sind. So wird die anfängliche Hürde, derartige Werkzeuge zu benutzen sicher kleiner.
Posted by Jens Kubieziel
in Krypto, Privacy, Software
at
14:57
| Comments (0)
| Trackback (1)
Defined tags for this entry: anonymität, cryptoparty, datenschutz, gnupg, kryptografie, openpgp, tor, truecrypt, verschlüsselung, vpn, zeit ![]()
Patrick Beuth hat für die ZEIT ein Experiment gemacht. Er stellte sich die Frage, wie schwierig es für Laien ist, sich anonym und sicher zu bewegen. Diese Erfahrungen schrieb Beutch in der Serie »Mein digitaler Schutzschild« nieder. Für das Experiment kaufte er sich einen neuen Rechner und installierte Ubuntu. Später machte er sich Gedanken zu sicheren Verbindungen über VPN und Tor, nutzte E-Mail-Verschlüsselung mit OpenPGP und verschlüsselte die Festplatte. Die Artikel sind aus der Sicht eines neuen Benutzers geschrieben und sehr interessant zu lesen. Mein digitaler Schutzschild Ubuntu – die Basis für einen sicheren Computer Tor – die Tarnkappe fürs Netz VPN – durch einen Tunnel ins Internet Hushmail – auch E-Mails können anonym sein OpenPGP – E-Mails verschlüsseln, damit sie keine Postkarten mehr sind TrueCrypt – der Tresor auf der Festplatte ZEIT Online macht sogar den Sprung vom Artikel in die Praxis und organisiert am 26. Februar eine
Thursday, January 10. 2013This machine kills secrets von Andy Greenberg
Woody Guthrie mit Gitarre (Quelle: Wikipedia bzw. Library of Congress)
Die Maschine, die Geheimnisse vernichtet, beginnt mit den Pentagon-Papers ihr Werk. Daniel Ellsberg veröffentlichte die geheimen Dokumente damals mit Hilfe der NY Times. Julian Assange und neuere Entwicklungen sind noch lange nicht das Ende der Maschine. Vielmehr wird sie wohl lange weiterleben. Das Buch zeichnet den Weg der Maschine nach. Im Prolog wird ein Treffen mit Julian Assange beschrieben. Julian kündigt dort die MegaLeaks an und verspricht einen Leak über eine US-Bank. Der erste Teil startet mit einer Gegenüberstellung von Ellsberg und Bradley Manning. Greenberg vergleicht im Kapitel »The Whistleblowers« ihre Herkunft und ihr Vorgehen. Ellsberg hatte seinerzeit die Berechtigung sehr geheime Dokumente zu lesen. Ein Privileg, was nur wenige mit ihm teilten. Manning auf der anderen Seite war einer von 2,5 Millionen Amerikanern, die aufgrund lascher Voreinstellungen auf viele geheime Dokumente Zugriff hatten. Beide waren der Meinung, dass »ihre« Dokumente an die Öffentlickeit müssen. Ellsberg war sich sicher, dass er für die Veröffentlichung der Pentagon-Papiere für den Rest seines Lebens im Gefängnis landen würde. Manning, auf der anderen Seite, schien Hoffnung zu hegen, dass er unerkannt davon kommt. Zumindest arbeitet Greenberg diesen Punkt im Buch heraus. Die realen Entwicklungen waren jedoch genau gegenteilig. Ellsberg wurde nicht bestraft und Manning wird aller Voraussicht nach lange Zeit im Gefängnis bleiben. Das erste Kapitel ist sehr schön geschrieben. Man merkt hier schon, wie gut Greenberg seine Geschichte recherchiert hat. Mit der Gegenüberstellung der beiden Protagonisten gelingt ihm ein schöner Spannungsaufbau.
Die folgenden drei Kapitel widmen sich der »Evolution of Leaking«. Greenberg erzählt die Geschichte der Cypherpunks detailliert nach. Den Startpunkt bilden dabei die Lebensläufe von Tim May und Phil Zimmerman, der Erfinder von PGP. Mit Geschichten zu Julian Assange und John Young, dem Gründer von Cryptome geht es weiter. Schließlich spielen die Diskussionen auf der Mailingliste und der Artikel »Assassination Politics« von Jim Bell eine Rolle. Der Keynote-Sprecher des 29C3, Jacob Appelbaum, mit dem Tor-Projekt bilden den Abschluss. Der dritte Teil hat die Zukunft (»The Future of Leaking«) zum Gegenstand. Dort geht es um »Plumbers«, »Globalizers« und »Engineers«. Das Kapitel beginnt mit Peiter Zatko. Mudge, wie er sich nannte, war einer der Köpfe der Hacker-Gruppe Cult of the Dead Cow und hatte engere Kontakte zu Assange. Mittlerweile arbeitet er bei der DARPA und soll Gegentaktikten zum Leaking entwickeln. Das langfristige Ziel des Projektes ist, Leaking komplett zu unterbinden. Greenberg beschreibt im Kapitel HBGary und den Anonymous-Hack sehr lebendig. Der Autor nutzt IRC-Logs und persönliche Gespräche und kann dadurch eine sehr detaillierte Sicht auf die Dinge bieten. Die Isländische Initiative zu modernen Medien (IMMI) und BalkanLeaks sind die Vorboten der Zukunft. Schließlich traf Greenberg zufällig den Architekten. Derjenige, der nur unter dem Namen »Der Architekt« agiert, war für die sichere Neugestaltung von WikiLeaks zuständig und arbeitet jetzt bei OpenLeaks. Greenberg traf ihn zufälligerweise beim Chaos Communication Camp. Am Ende des Buches steht ein kurzer Abschnitt zur »Machine«. Greenberg macht klar, dass heute jeder zum Leaker werden kann. Mobiltelefone und andere elektronische Gegenstände erlauben es, Reportagen von Ereignissen anzufertigen oder eine Vielzahl elektronischer Dokumente zu kopieren. GlobaLeaks wird kurz beleuchtet. Das Projekt baut an einer Lösung für eine Leakingplattform mit Freier Software. Greenberg schließt mit den Worten:
Ich habe es sehr genossen, das Buch zu lesen. Zum einen hat Greenberg einen schönen, lebendigen Schreibstil. Obwohl ich viele Aspekte der Geschichten kannte, hatte das Buch einiges Neues zu bieten. Faktisch auf jeder Seite ist die gute Recherchearbeit des Autors zu spüren. Es war spannend für mich den Handlungssträngen zu folgen. »This machine kills secrets« war eines der Bücher, was ich nur schwer aus der Hand legen konnte und am liebsten am Stück durchgelesen hätte. Leseempfehlung! Wer von euch einen Verlag kennt, der das Buch ins Deutsche übersetzen will, kann sich gern an mich oder an Andy Greenberg wenden. Continue reading "This machine kills secrets von Andy Greenberg"
Posted by Jens Kubieziel
in Krypto, Politik, Privacy
at
23:24
| Comments (0)
| Trackbacks (5)
Defined tags for this entry: appelbaum, assange, buch, ccc, cryptome, cypherpunks, kryptografie, rezension, tor, wikileaks ![]()
Woody Guthrie mit Gitarre (Quelle: Wikipedia bzw. Library of Congress) Der Titel des Buches klingt spektakulär: »Die Maschine, die Geheimnisse vernichtet«. Der Journalist Andy Greenberg berichtet im gleichnamigen Buch von dieser Maschine und hat an vielen Stellen spektakuläres zu berichten. Greenberg kam durch die Gitarre von Woody Guthrie auf den Titel. Die Gitarre trug den Aufkleber: »This machine kills fascists« (siehe Bild). Die Maschine, die Geheimnisse vernichtet, beginnt mit den Pentagon-Papers ihr Werk. Daniel Ellsberg veröffentlichte die geheimen Dokumente damals mit Hilfe der NY Times. Julian Assange und neuere Entwicklungen sind noch lange nicht das Ende der Maschine. Vielmehr wird sie wohl lange weiterleben. Das Buch zeichnet den Weg der Maschine nach. Im Prolog wird ein Treffen mit Julian Assange beschrieben. Julian kündigt dort die MegaLeaks an und verspricht einen Leak über eine US-Bank. Der erste Teil startet mit einer Gegenüberst
Saturday, January 5. 2013Interview mit Ben Mezrich und Andy GreenbergAndy Greenberg ist ein Reporter des Forbes Magazine. Er kümmert sich dort viel um die Hackszene und schrieb das Buch »This machine kills secrets«. Das ist sehr gut recherchiert und startet bei Daniel Ellsberg und den Pentagon-Papers. Es arbeitet sich dann über die Cypherpunks und WikiLeaks bis zu den aktuellesten Entwicklungen weiter. Ich fand das sehr gut geschrieben und werde später noch eine tiefergehende Rezension schreiben. Ben Mezrich wohl bekanntestes Buch Bringing Down the House: The Inside Story of Six MIT Students Who Took Vegas for Millions erzählt die Geschichte von MIT-Studenten, die recht erfolgreich beim BlackJack waren. Beide werden von Pharrell Williams interviewt:
Posted by Jens Kubieziel
in Politik, Privacy
at
20:46
| Comments (0)
| Trackbacks (2)
![]()
Andy Greenberg ist ein Reporter des Forbes Magazine. Er kümmert sich dort viel um die Hackszene und schrieb das Buch »This machine kills secrets«. Das ist sehr gut recherchiert und startet bei Daniel Ellsberg und den Pentagon-Papers. Es arbeitet sich dann über die Cypherpunks und WikiLeaks bis zu den aktuellesten Entwicklungen weiter. Ich fand das sehr gut geschrieben und werde später noch eine tiefergehende Rezension schreiben. Ben Mezrich wohl bekanntestes Buch Bringing Down the House: The Inside Story of Six MIT Students Who Took Vegas for Millions erzählt die Geschichte von MIT-Studenten, die recht erfolgreich beim BlackJack waren. Mezrich schrieb in der Zwischenzeit noch weitere Bücher, unter anderem eines über Mark Zuckerberg. Beide werden von Pharrell Williams interviewt:
Tuesday, January 1. 2013Meine beliebteste ZensurumgehungssoftwareIn der Fragestunde zu meinem Vortrag beim 29C3 wurde ich unter anderem gefragt, was meine Top Fünf der Zensurumgehungssoftware sind. Ich antwortete, dass ich konkret Tor und den Teilprojekten mein Vertrauen schenken würde. Im folgenden will ich nochmal etwas differenzierter auf diese Frage antworten. Beim Vortrag hatte ich die untenstehende Matrix von Zensurumgehungsmaßnahmen präsentiert. Das sind Projekte, die mir in der Vorbereitung einfielen. Die Aufstellung ist nicht vollständig. Mir fallen immer mal neue Namen ein. Im Nachgang zu meinem Vortrag wurden noch phantom und RetroShare genannt.
Die grün hinterlegten Felder sind meiner Meinung nach Software, die man zur Zensurumgehung einsetzen kann. Bei den gelben Feldern gibt es einiges zu beachten und die kann daher nicht bedenkenlos verwendet werden. Den gelben Felder ist gemein, dass in der Regel unbekannt ist, wer Betreiber des Angebotes ist. Das ist jedoch eine recht wichtige Information. Denn der Betreiber hat aufgrund des Modells alle Informationen über die Benutzer. Gegebenenfalls kann er diese weitergeben oder auswerten. Wie ich schon im Vortrag sagte, fiel bei mir, genau aus dem Grund, Ultrasurf durch. Denn im Artikel »Digital Weapons Help Dissidents Punch Holes in China’s Great Firewall« von Wired stand 2010:
Einzig bei Alkasir kenne ich den Betreiber und glaube ihm vertrauen zu können. Daher würde ich hier zu grün tendieren. Jedoch kann er prinzipiell jederzeit in den Internetverkehr schauen. Diese theoretische Schwäche führt zum Gelb. Einen offenen Proxy, VPN oder einen Picidae-Server kann jeder selbst betreiben. Das heißt, wer Freunde in anderen Ländern hat, kann so etwas aktivieren und damit den Menschen helfen. Ich hoffe, dass ihr dann euren Freunden nicht hinterherspioniert. Sollte jemand einen kommerziellen VPN-Provider in Betracht ziehen, so solltet ihr euch nach Speicherdaten, -dauer etc. erkundigen. Letztlich ist es immer schwer, eine immer funktionierende Lösung zu finden. Denn allen ist gemein, dass man dem Betreiber vertrauen muss. Bei den grünen Lösungen steckt das Vertrauen meist im Design des Systems. In den meisten Fällen könnte auch eine nicht vertrauenswürdige Person den Dienst betreiben, ohne Schaden anzurichten. Neben Tor wäre mein zweiter Favorit JonDonym. Die Software ist nach meinem Eindruck fast nur als Anonymisierer bekannt. Sie besitzt jedoch auch eine Zensurumgehungsfunktion. Wenn ich mich richtig erinnere, ist diese Funktion auch die Grundlage der Tor Brückenserver. Laut Aussage der Entwickler wird JonDonym kaum gesperrt. Aufgrund des Designs ist die Software auch sicher. Ich erwarte nur Probleme bei der Installation bzw. Benutzung. Denn nach meiner Erfahrung tun sich viele Benutzer mit einer zu installierenden Software, wo zudem noch irgendwelche Fragen gestellt werden, schwer. Der obige Punkt bringt mich zu Psiphon. Das große Plus der zweiten Variante von Psiphon ist eben die leichte Benutzung. Es reicht, wenn sich der Nutzer sein Login merkt und eine URL in ein Textfeld eingeben kann. Den Rest erledigt die Software. Mit der neuen Version ändert sich das wieder ein wenig. Ich werde mir die demnächst mal anschauen und evtl. dazu bloggen. Telex habe ich ebenfalls in Grün markiert. Wobei ich mir natürlich bewusst bin, dass es da diverse Schwierigkeiten gibt. Allen voran braucht es Provider, die sich diese Telex-Stationen in ihr Netz stellen. Daneben gibt es derzeit nur einen Prototyp und offensichtlich keine weitere Entwicklung. Roger Dingledine hat sich vor einiger Zeit ebenfalls Gedanken gemacht und zehn Dinge zusammengestellt, die ihm bei einer Umgehungssoftware wichtig sind. Letztlich finde ich die Top-Irgendwas-Listen immer schwierig. Denn es ist einfach schwierig eine ausgewogene Wertung zu treffen. Ich denke, einige würden Tor geringer gewichten, da es langsam ist. Dafür mögen die dann Ultrasurf, weil es schnell ist. Ich hingegen ziehe Ultrasurf gar nicht als Werkzeug in Betracht, da es eben die genannten Probleme hat. Ich hoffe, mit den obigen Worten konnte ich euch ein paar Hinweise an die Hand geben.
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy, Software
at
23:17
| Comments (10)
| Trackbacks (62)
![]()
In der Fragestunde zu meinem Vortrag beim 29C3 wurde ich unter anderem gefragt, was meine Top Fünf der Zensurumgehungssoftware sind. Ich antwortete, dass ich konkret Tor und den Teilprojekten mein Vertrauen schenken würde. Im folgenden will ich nochmal etwas differenzierter auf diese Frage antworten. Beim Vortrag hatte ich die untenstehende Matrix von Zensurumgehungsmaßnahmen präsentiert. Das sind Projekte, die mir in der Vorbereitung einfielen. Die Aufstellung ist nicht vollständig. Mir fallen immer mal neue Namen ein. Im Nachgang zu meinem Vortrag wurden noch phantom und RetroShare genannt. Open Proxys VPNs Alkasir Psiphon Your Freedom Collage Infranet Tangler Triangle Boy Picidae Message in a bottle #h00t Instasurf Hotspot Shield WebSecure Tor Flashproxys Bridges Safeweb Haystack Peek-a-booty Telex JonDonym Censorsweeper Freehaven Ultrasurf SWEET Cirripede
Sunday, December 30. 2012Zur Unabhängigkeit von TorIch hielt heute einen Vortrag zu verschiedener Zensurumgehungssoftware auf dem 29C3. Einen Teil meiner Worte nahmen Entwicklungen des Tor-Projektes ein. Ich erklärte kurz die Bridges und obfsproxy. Auf die Flashproxies verwendete ich einige Worte mehr. In der Fragerunde im Anschluss tauchte die Frage nach meiner persönlichen Rangliste auf. Insbesondere unter dem Fokus der Sicherheit und der Benutzbarkeit erwähnte ich dort Tor und damit zusammenhängende Software als die in der Praxis wirklich funktionierende Lösung. Später auf Twitter gab es eine kleine Diskussion zur Unabhängigkeit von Tor. In der letzten Zeit taucht immer mal wieder das Argument auf, dass das Projekt von der USA gesponsort würde und daher kein Vertrauen genießen kann. Im dreizehnten Datenkanal über JonDonym diskutierte ich diesen Sachverhalt auch kurz. Das Tor-Projekt präsentiert auf der Webseite unter anderen die Finanzreports. Dort findet man u.a. Aussagen zu den Geldgebern. Ein Großteil der Gelder kommt in der Tat von der US-Regierung, unter anderem zahlt das Verteidigungsministerium mehr als eine halbe Million US Dollar. Auf Twitter fragte @sphericon nun, ob ich glaube, dass Tor neutral ist. Die Frage lässt sich verschieden beantworten. Allerdings unter dem oben geschilderten Vertrauenswürdigkeitsaspekt fällt die Antwort von meiner Seite recht eindeutig aus. Zum einen kenne ich einige der Tor-Entwickler persönlich und glaube, dass sie der Idee der Cypherpunks, von Redefreiheit etc. sehr verschrieben sind. Sie würden aus meiner Sicht eher die Entwicklung am Projekt einstellen, als Backdoors oder ähnliches einzubauen. Könnt ihr euch vorstellen, dass diesjährige Keynote-Speaker, Jacob Appelbaum, etwas in die Software einbauen würde, was entgegen seiner Überzeugung ist? Das zweite, aus meiner Sicht überzeugendere, Argument ist: Tor ist Freie Software. Wer glaubt, dass Tor irgendwelche ungewünschten Features hat, kann sich in den Quelltext einarbeiten und versuchen, das zu finden. Ich glaube, die Presse würde einen derartigen Fund dankbar aufnehmen. Der eine oder andere mag sich noch an den Wirbel um JAP entsinnen, als die Crime-Detection-Funktion ruchbar wurde. Weiterhin wäre es doch sinnvoll, wenn Tor Informationen über Finanziers verheimlichen würde. Stattdessen finden sich die Berichte auf der Seite. Man kann im Bugtracker nachvollziehen, was die Forderungen der Sponsoren sind und wie der aktuelle Stand ist. Viel mehr Transparenz ist kaum möglich. Mit den oben genannten Punkten glaube ich in der Tat, dass Tor-Projekt neutral ist. Letztlich habe ich in meinem Vortrag versucht, klarzumachen, dass die US-Regierung diverse Freedom-of-Speech-Projekte fördert. Nach meinen Informationen bewirbt sich Tor einfach um die Gelder und bekommt halt eine Bewilligung. Wenn die EU ähnlich einfach Gelder freimachen würde oder »politisch korrekte« Sponsoren Gelder spenden würden, so würde die Verantwortlichen bei Tor sicher lieber diese Gelder entgegennehmen. Daher bin ich nach wie vor überzeugt, dem Tor-Projekt vertrauen zu können und warte auf stichhaltige Argumente, die das Gegenteil belegen können.
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy
at
21:25
| Comments (3)
| Trackbacks (7)
![]()
Ich hielt heute einen Vortrag zu verschiedener Zensurumgehungssoftware auf dem 29C3. Einen Teil meiner Worte nahmen Entwicklungen des Tor-Projektes ein. Ich erklärte kurz die Bridges und obfsproxy. Auf die Flashproxies verwendete ich einige Worte mehr. In der Fragerunde im Anschluss tauchte die Frage nach meiner persönlichen Rangliste auf. Insbesondere unter dem Fokus der Sicherheit und der Benutzbarkeit erwähnte ich dort Tor und damit zusammenhängende Software als die in der Praxis wirklich funktionierende Lösung. Später auf Twitter gab es eine kleine Diskussion zur Unabhängigkeit von Tor. In der letzten Zeit taucht immer mal wieder das Argument auf, dass das Projekt von der USA gesponsort würde und daher kein Vertrauen genießen kann. Im dreizehnten Datenkanal über JonDonym diskutierte ich diesen Sachverhalt auch kurz. Das Tor-Projekt präsentiert auf der Webseite unter anderen die Finanzreports. Dort findet man u.a. Aussagen zu den Geldgebern. Ein Großteil der Gelder k
Monday, November 19. 2012CryptoParty in JenaIn aller Welt finden momentan so genannte CryptoPartys statt. Diese sollen in einer entspannten Atmosphäre Nutzer über verschiedene Aspekte von Kryptografie bzw. Anwendungen aufklären. Die erste CryptoParty in Jena steht vor der Tür. Am kommenden Freitag, dem 23. November 2012, startet im Krautspace eine CryptoParty. Ich werde dort ein paar Worte zu Kryptografie im Allgemeinen verlieren und später tiefer in Richtung OTR eintauchen. Vermutlich werde ich nur die theoretische Seite erklären können, da es im Krautspace immer noch kein Internet gibt. Weitere Vorschläge sind im Wiki unter dem Punkt Inhalte aufgelistet. Die Veranstaltung findet nach dem Prinzip der Barcamps statt. Das heißt, wer will, kann einen Vortrag oder Workshop halten. Ich würde mich freuen, wenn recht viele zu der Veranstaltung kommen und sich von den Vorteilen der Kryptografie überzeugen lassen. Vermutlich sind auch Reporter von Dradio Kultur anwesend. Also seid darauf gefasst, interviewt zu werden. Update: Kleinen Fehler beseitigt. Vielen Dank an fpunktk
Posted by Jens Kubieziel
in Krypto, Privacy, Software
at
10:32
| Comments (0)
| Trackbacks (0)
![]()
In aller Welt finden momentan so genannte CryptoPartys statt. Diese sollen in einer entspannten Atmosphäre Nutzer über verschiedene Aspekte von Kryptografie bzw. Anwendungen aufklären. Die erste CryptoParty in Jena steht vor der Tür. Am kommenden Freitag, dem 23. November 2012, startet im Krautspace eine CryptoParty. Ich werde dort ein paar Worte zu Kryptografie im Allgemeinen verlieren und später tiefer in Richtung OTR eintauchen. Vermutlich werde ich nur die theoretische Seite erklären können, da es im Krautspace immer noch kein Internet gibt. Weitere Vorschläge sind im Wiki unter dem Punkt Inhalte aufgelistet. Die Veranstaltung findet nach dem Prinzip der Barcamps statt. Das heißt, wer will, kann einen Vortrag oder Workshop halten. Ich würde mich freuen, wenn recht viele zu der Veranstaltung kommen und sich von den Vorteilen der Kryptografie überzeugen lassen. Vermutlich sind auch Reporter von Dradio Kultur anwesend. Also seid darauf gefasst, interviewt zu werden. Upd
Tuesday, September 18. 2012Videoüberwachung bei der Jenaer FeuerwehrIm März 2012 besuchte ich den Thüringer Landesdatenschutzbeauftragten. Er war damals gerade neu ins Amt gekommen und so wollte ich die Gelegenheit nutzen, ihn kennenzulernen und ihn zu seinen Aufgaben zu befragen. Das Interview wurde im Rahmen der vierten Datenkanalsendung ausgestrahlt. Kurz vor dem Interview war ich auf der Leitstelle der Jenaer Feuerwehr. Dort fiel mir eine Videokamera auf. Ich vermutete eine Mobotix Dual Night M12D. Da die Kamera neben Bild- auch Tonaufnahmen anfertigen kann, beschloss ich den Datenschutzbeauftragten dazu zu befragen. Mittlerweile liegt mir eine Antwort vor. Die Datenschützer holten einige Informationen bei der Stadtverwaltung Jena ein. Unter anderem erhielten sie Screenshots vom Aufnahmebild. Entgegen meiner Vermutung nimmt die Kamera nicht den angrenzenden Fußgängerweg auf. Die Aufnahme beschränkt sich auf das Betriebsgelände der Feuerwehr. Damit gibt es diesbezüglich nichts zu beanstanden. Allerdings ist das Mikrofon bedenklich. Hier versuchen die Datenschützer zusammen mit der Stadt Jena eine Lösung zu erarbeiten. Sobald ich mehr weiß, gebe ich Bescheid. Mittlerweile bin ich zwei Verstößen gegen den Datenschutz in Thüringen auf der Spur. Ich hoffe, auch dazu bald mehr berichten zu können. In der Zwischenzeit empfiehlt es sich, die anderen Sendungen des Datenkanals anzuhören.
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy
at
22:41
| Comments (2)
| Trackbacks (0)
![]()
Im März 2012 besuchte ich den Thüringer Landesdatenschutzbeauftragten. Er war damals gerade neu ins Amt gekommen und so wollte ich die Gelegenheit nutzen, ihn kennenzulernen und ihn zu seinen Aufgaben zu befragen. Das Interview wurde im Rahmen der vierten Datenkanalsendung ausgestrahlt. Kurz vor dem Interview war ich auf der Leitstelle der Jenaer Feuerwehr. Dort fiel mir eine Videokamera auf. Ich vermutete eine Mobotix Dual Night M12D. Da die Kamera neben Bild- auch Tonaufnahmen anfertigen kann, beschloss ich den Datenschutzbeauftragten dazu zu befragen. Mittlerweile liegt mir eine Antwort vor. Die Datenschützer holten einige Informationen bei der Stadtverwaltung Jena ein. Unter anderem erhielten sie Screenshots vom Aufnahmebild. Entgegen meiner Vermutung nimmt die Kamera nicht den angrenzenden Fußgängerweg auf. Die Aufnahme beschränkt sich auf das Betriebsgelände der Feuerwehr. Damit gibt es diesbezüglich nichts zu beanstanden. Allerdings ist das Mikrofon bedenklich. Hier
Friday, July 6. 2012Die Filterblase -- VerbindungVor kurzem stellte ich bei Facebook und Google+ eine Aufgabe des Tages. Wer mitmachen wollte, sollte bei Google das Wort »Verbindung« eingeben und vom Ergebnis einen Screenshot machen. Insgesamt bekam ich etwa 20 Aufnahmen zugeschickt und natürlich wollten einige wissen, wozu ich das mache. Hier kommt die Auflösung. Eli Pariser schrieb 2010 das Buch »The Filter Bubble: what the Internet is hiding from you«. Darin beschreibt er eine Filterblase, in der wir online leben. Das heißt, Suchmaschinen, soziale Netzwerke und andere Seiten versuchen uns und unsere Vorlieben zu erkennen. Anhand der Ergebnisse werden dann nur noch spezielle Ergebnisse angezeigt. Letztlich bekommen die Nutzer nur noch das Leben innerhalb dieser Blase mit und alles andere bleibt abgeschirmt. Die Süddeutsche Zeitung hat Pariser in »Ausweitung der Komfortzone« befragt. Ich wollte nun wissen, wie groß die Filterblase wie bzw. wie genau sich die auswirkt. Dazu benötige ich »Probanden«. Daher kam die Frage. Doch was fand ich nun heraus? Von den zwanzig Bildschirmaufnahmen waren nur drei Screenshots identisch. Dennoch lässt sich ein gewisses Muster erkennen. Auf dem Muster links sieht man einen typischen Screenshot von einem Suchergebnis. Dabei ist zu erkennen, dass zuerst zwei Verweise auf Einträge bei der Wikipedia gehen, einmal zu dem Lemma Verbindung und zu Chemische Verbindung. Dann folgen Verweise auf den Verkehrsverbund Rhein-Ruhr sowie den BVG. Beide Einträge werden unabhängig vom Standort angezeigt. Der Screenshot links wurde in Jena gemacht und Google erkannte den Standort. Dennoch bekamen ich und andere die obigen Ergebnisse. Wie man es erwarten würde, wird der Standort trotzdem ausgewertet. Denn neben den unspezifischen Verkehrsverbunden wird meist einer aus der Region angezeigt. Bei einem Suchergebnis erkannte Google Düsseldorf als Standort und zeigte einen Link auf die Fahrplanauskunft des KVB Köln an. Ignoriert man die standortabhängigen Verkehrsverbünde, so gleichen sich dann doch die meisten der Screenshots viel mehr, als ich erwartete. Der Suchbegriff kann ich verschiedener Weise gedeutet werden. Insbesondere Bahnverbindungen hätte ich wesentlich höher gewichtet und daher Verweise auf die Seiten der Bahn erwartet. Doch nur ein Screenshot zeigte Links zur Bahn. Dort jedoch an prominenter Stelle. Ein privat zugeschickter Screenshot zeigte eine Mischung mit Einträgen von Google+. In den Beiträgen stand jeweils einmal das Wort Verbindung. Ein anderer zugeschickter Screenshot zeigte Werbung, sowohl oberhalb der Suchbegriffe wie auch im rechten Seitenrand. Eine für mich neue Erkenntnis war, dass Google auch die Position der Bilder platziert. Einige der Screenshots zeigten die komplette Ergebnisseite. Dort fanden sich am unteren Ende Ergebnisse der Bildersuche. Einer der Screenshots hatte die Bilder weiter oben. Hier war jedoch nur die Position geändert. Die Bilder selbst waren gleich. Ich habe alle Screenshots, die ich auf öffentlichem Wege bekam, bei Flickr unter Verbindung - Filterblase abgelegt. Hier könnt ihr selbst nochmal ein wenig vergleichen. Als ich mir den Suchbegriff ausdachte, hätte ich mit einer stärkeren Differenzierung gerechnet. Wie oben schon geschrieben, waren zwar formal sehr viele Ergebnisse unetrschiedlich. Wenn man aber den Verkehrsverbund ignoriert, so ist die Verbindungs-Filterblase vermutlich recht groß. Ich will in den nächsten Wochen mal andere Suchbegriffe herumschicken und würde mich freuen, wenn viele an dem Experiment teilnehmen. Vielleicht lassen sich ein paar interessante Erkenntnisse über die Blase entwickeln.
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy
at
15:40
| Comments (2)
| Trackbacks (0)
![]()
Vor kurzem stellte ich bei Facebook und Google+ eine Aufgabe des Tages. Wer mitmachen wollte, sollte bei Google das Wort »Verbindung« eingeben und vom Ergebnis einen Screenshot machen. Insgesamt bekam ich etwa 20 Aufnahmen zugeschickt und natürlich wollten einige wissen, wozu ich das mache. Hier kommt die Auflösung. Eli Pariser schrieb 2010 das Buch »The Filter Bubble: what the Internet is hiding from you«. Darin beschreibt er eine Filterblase, in der wir online leben. Das heißt, Suchmaschinen, soziale Netzwerke und andere Seiten versuchen uns und unsere Vorlieben zu erkennen. Anhand der Ergebnisse werden dann nur noch spezielle Ergebnisse angezeigt. Letztlich bekommen die Nutzer nur noch das Leben innerhalb dieser Blase mit und alles andere bleibt abgeschirmt. Die Süddeutsche Zeitung hat Pariser in »Ausweitung der Komfortzone« befragt. Ich wollte nun wissen, wie groß die Filterblase wie bzw. wie genau sich die auswirkt. Dazu benötige ich »Probanden«. Daher ka
Friday, June 8. 2012Veranstaltung: Transparenz versus DatenschutzIch stolperte gerade über die folgende Ankündigung (Transparenz versus Datenschutz – informationelle Selbstbestimmung und Autonomie der Persönlichkeit um 1800 und heute): Die Ideen der Aufklärung und klassischen Philosophie formten um 1800 die Vorstellung der autonomen Persönlichkeit und menschlichen Würde. Die Person prüft alle sie betreffenden Dinge, trifft Entscheidungen und handelt selbständig. Kann der Mensch in der modernen Mediengesellschaft noch auf Autonomie beharren oder muss er sie aufgeben, um sich zu integrieren? Gibt es einen Kompromiss, der es erlaubt, sich frei und geborgen zugleich zu fühlen? Wie würden die FrühromantikerInnen versuchen, diese Fragen zu beantworten? Am Samstag, dem 16. Juni 2012, diskutieren Constanze Kurz, Moritz Gause und Temilo van Zantwijk ab 15 Uhr im Romantikerhaus in Jena
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy
at
17:29
| Comments (0)
| Trackbacks (0)
Defined tags for this entry: datenschutz, diskussion ![]()
Ich stolperte gerade über die folgende Ankündigung (Transparenz versus Datenschutz – informationelle Selbstbestimmung und Autonomie der Persönlichkeit um 1800 und heute): Die Ideen der Aufklärung und klassischen Philosophie formten um 1800 die Vorstellung der autonomen Persönlichkeit und menschlichen Würde. Die Person prüft alle sie betreffenden Dinge, trifft Entscheidungen und handelt selbständig. Kann der Mensch in der modernen Mediengesellschaft noch auf Autonomie beharren oder muss er sie aufgeben, um sich zu integrieren? Gibt es einen Kompromiss, der es erlaubt, sich frei und geborgen zugleich zu fühlen? Wie würden die FrühromantikerInnen versuchen, diese Fragen zu beantworten? Am Samstag, dem 16. Juni 2012, diskutieren Constanze Kurz, Moritz Gause und Temilo van Zantwijk ab 15 Uhr im Romantikerhaus in Jena
Thursday, June 7. 2012Datenweitergabe bei Erhebung der KurtaxeAnfang des Jahres besuchte ich für die vierte Sendung des Datenkanals den Landesbeauftragten für den Datenschutz (DSB) in Thüringen, Dr. Lutz Hasse. Im Interview erwähnte er ausdrücklich, dass sich Bürger an ihn wenden können. Kürzlich hatte ich nun Grund, einen DSB um seine Meinung zu bitten. Vor kurzem weilte ich an der Ostsee. Wie in vielen Feriengebieten ist es üblich Kurtaxe zu zahlen. Damit wird der Strand und die Ortschaften sauber gehalten. Wir fragten nach eventuellen Vergünstigungen bei der Kurtaxe. Die Vermieterin meinte, dass es Rabatte für Studenten und für Menschen mit Behinderungen gäbe. Dazu wird auf dem Formular die Matrikelnummer oder das Aktenzeichen der Bewilligung festgehalten. Dies wird sodann an den Tourismusverband weitergegeben. Dieser führt angeblich eine Prüfung bei den jeweiligen Behörden durch. Letzteres halte ich eher für ein Missverständnis auf Seiten der Vermieter. Ich fand den gesamten Vorgang recht merkwürdig. Warum sollten die Daten überhaupt erhoben werden? Es reicht doch, wenn der Vermieter auf dem Formular bestätigt, dass die Dokumente vorlagen. Eine Speicherung der Informationen verletzt nach meinem Eindruck den Grundsatz der Datensparsamkeit. So schilderte ich den Vorfall dem DSB in Mecklenburg-Vorpommern. Nach einiger Zeit bekam ich eine Antwort. In der Begründung bezieht sich der DSB hauptsächlich auf den § 28 BDSG. Dort ist geregelt unter welchen Umständen die Speicherung von personenbezogenen Daten für eigene Geschäftszwecke zulässig ist. Nach der Analyse ist eine Speicherung der Daten nicht erforderlich. Außerdem bewertet er das schutzwürdige Interesse des Bürgers höher als den Betrag, um den es hier geht. Insgesamt ist die Erhebung und Speicherung wohl nicht rechtmäßig. Der DSB bat den Tourismusverband um eine Stellungnahme und evtl. wird diese Praxis dann bald eingestellt. Ihr seht also, es kann sich durchaus lohnen, den Datenschutz ernst zu nehmen und seine Rechte einzufordern.
Posted by Jens Kubieziel
in Privacy
at
16:44
| Comments (0)
| Trackbacks (0)
![]()
Anfang des Jahres besuchte ich für die vierte Sendung des Datenkanals den Landesbeauftragten für den Datenschutz (DSB) in Thüringen, Dr. Lutz Hasse. Im Interview erwähnte er ausdrücklich, dass sich Bürger an ihn wenden können. Kürzlich hatte ich nun Grund, einen DSB um seine Meinung zu bitten. Vor kurzem weilte ich an der Ostsee. Wie in vielen Feriengebieten ist es üblich Kurtaxe zu zahlen. Damit wird der Strand und die Ortschaften sauber gehalten. Wir fragten nach eventuellen Vergünstigungen bei der Kurtaxe. Die Vermieterin meinte, dass es Rabatte für Studenten und für Menschen mit Behinderungen gäbe. Dazu wird auf dem Formular die Matrikelnummer oder das Aktenzeichen der Bewilligung festgehalten. Dies wird sodann an den Tourismusverband weitergegeben. Dieser führt angeblich eine Prüfung bei den jeweiligen Behörden durch. Letzteres halte ich eher für ein Missverständnis auf Seiten der Vermieter. Ich fand den gesamten Vorgang recht merkwürdig. Warum sollten die Da
Wednesday, May 23. 2012Dritte Auflage von »Anonym im Netz«
Der Verlag Open Source Press twitterte soeben: »Neuauflage mit #JonDo-Live-CD für anonymes surfen, mailen, chatten! “Anonym im Netz” (J.Kubieziel) jetzt lieferbar.« Damit ist nun die dritte Auflage meines Buches »Anonym im Netz« draußen. Ich habe die Inhalte wieder aufpoliert, die Struktur einiger Kapitel angepasst. Aber die größte Neuerung ist eine beigelegte CD. Die JonDo Live-CD hat alle wichtigen Anonymisierungsdienste vorinstalliert. Der Leser legt die einfach in das CD-Fach und kann sofort ausprobieren. Ich hoffe, das Buch findet wieder großen Anklang. Solltet ihr Fehler finden, schreibt mir eine E-Mail oder hinterlasst hier einen Kommentar. Die Fehler werden dann in der folgenden Ausgabe ausgebessert.
Posted by Jens Kubieziel
in Krypto, Persönliches, Privacy, Software
at
17:34
| Comments (0)
| Trackbacks (0)
![]()
Der Verlag Open Source Press twitterte soeben: »Neuauflage mit #JonDo-Live-CD für anonymes surfen, mailen, chatten! “Anonym im Netz” (J.Kubieziel) jetzt lieferbar.« Damit ist nun die dritte Auflage meines Buches »Anonym im Netz« draußen. Ich habe die Inhalte wieder aufpoliert, die Struktur einiger Kapitel angepasst. Aber die größte Neuerung ist eine beigelegte CD. Die JonDo Live-CD hat alle wichtigen Anonymisierungsdienste vorinstalliert. Der Leser legt die einfach in das CD-Fach und kann sofort ausprobieren. Ich hoffe, das Buch findet wieder großen Anklang. Solltet ihr Fehler finden, schreibt mir eine E-Mail oder hinterlasst hier einen Kommentar. Die Fehler werden dann in der folgenden Ausgabe ausgebessert.
Friday, January 27. 2012Keynote von Jacob Appelbaum bei linux.conf.au
Jacob Appelbaum hat bei der Konferenz eine Keynote gehalten. Er geht hier sehr stark auf den Begriff der Freiheit ein, den Richard Stallman geprägt hat und erzählt etwas über Lawful Interception sowie Zensur.
Posted by Jens Kubieziel
in Linux, Politik, Privacy
at
23:32
| Comments (0)
| Trackbacks (0)
![]()
Jacob Appelbaum hat bei der Konferenz eine Keynote gehalten. Er geht hier sehr stark auf den Begriff der Freiheit ein, den Richard Stallman geprägt hat und erzählt etwas über Lawful Interception sowie Zensur.
Tuesday, November 8. 2011Symposium „Die neue Freiheit im Internet“Wie verändert das Internet die Wissenschaft, die Politik und die Wirtschaft und welche Chancen bietet es, demokratische Verhältnisse und Freiheit für alle Menschen zu erreichen? Diese Frage stellt das Symposium www.wissen-und-macht.com Die neue Freiheit im Internet. Das Symposium teilt sich in drei Bereiche, die das Internet als Bildungsinstrument, als politisches Instrument sowie als Wirtschaftsinstrument betrachten. In jedem Bereich werden verschiedene Redner ein Thema anreißen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wird versucht, dieses später zu vertiefen. Ich werde im Bereich Internet als politisches Instrument etwas zu Zensur im Internet erzählen. Schaut euch einfach das Programm an. Ich finde es sehr interessant. Wer nicht selbst in Berlin sein kann, dem bietet das Hasso-Plattner-Institut einen Livestream an. Der Twitter-Hashtag ist wohl #wissen2011 und ihr könnt die Veranstalter über @wissenundmacht verfolgen. Ich freue mich auf eine spannende Veranstaltung!
Posted by Jens Kubieziel
in Persönliches, Politik, Privacy
at
22:38
| Comments (0)
| Trackbacks (0)
![]()
Wie verändert das Internet die Wissenschaft, die Politik und die Wirtschaft und welche Chancen bietet es, demokratische Verhältnisse und Freiheit für alle Menschen zu erreichen? Diese Frage stellt das Symposium www.wissen-und-macht.com Die neue Freiheit im Internet. Das Symposium teilt sich in drei Bereiche, die das Internet als Bildungsinstrument, als politisches Instrument sowie als Wirtschaftsinstrument betrachten. In jedem Bereich werden verschiedene Redner ein Thema anreißen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wird versucht, dieses später zu vertiefen. Ich werde im Bereich Internet als politisches Instrument etwas zu Zensur im Internet erzählen. Schaut euch einfach das Programm an. Ich finde es sehr interessant. Wer nicht selbst in Berlin sein kann, dem bietet das Hasso-Plattner-Institut einen Livestream an. Der Twitter-Hashtag ist wohl #wissen2011 und ihr könnt die Veranstalter über @wissenundmacht verfolgen. Ich freue mich auf eine spannende Veranstaltung!
(Page 1 of 15, totaling 224 entries)
» next page
|
Weitere Inhalte auf kubieziel.deQuicksearchArchivesKategorienGetaggte Artikel24c3 26c3 29c3 abstimmung AES akvorrat algebra anonymität auto berlin biometrie blog browser buch bundestrojaner ccc chaosradio chemnitz computer datei datenschutz debian demonstration diskussion dns dresden e-mail editor emacs euler fehler festplatte finnland firefox gesetz gnupg google grml grüne hacker hash html i2p internet interview ip-adresse it-sicherheit jemen jena kamera kernel keysigning kind kryptografie latex linux lug mail mathe mixmaster openssl pets pgp piratenpartei polizei postcrossing privatsphäre remailer rezension sanaa seminar shell sicherheit software spam ssl steuern ted terror thüringen tor twitter ubuntu usa vds verlosung verschlüsselung video vim virus vorlesung vortrag wahl webseite wikileaks windows zensur zensus zsh überwachung
Syndicate This Blog |

