Entries tagged as anonymität

Tuesday, August 17. 2010
Der regelmäßige Leser von Cryptome wird kürzlich die Datei tor-2008.zip
(1,3 MB) entdeckt haben. Dabei handelt es sich um die
Steuererklärung des Tor-Projektes. Dieses Dokument
erlaubt einen schönen Einblick in die Finanzsituation eines
(ausgewählten) Open-Source-Projektes. Natürlich ist das nicht
repräsentativ. Denn gerade diverse Organisationen haben ein starkes
Interesse an der Software und geben daher Geld. Nicht jedes Projekt
wird derartig beglückt sein.
Die Seite 9 gibt die Einnahmen wieder. Diese teilen sich etwa
folgendermaßen auf:

Das bedeutet, der kleinste Teil der Spenden kommt von
Privatleuten. Die weitaus größten Spendengelder stammen von Firmen
bzw. Organisationen. Schaut man sich die Seite der Sponsoren des Projektes
an, so erscheinen die Angaben plausibel und die anonymous European
NGO ist gleich nicht mehr ganz so anonym. 
Nach meiner Einschätzung dürfte die Verteilung der Einnahmen bei
vielen anderen Software-Projekten ähnlich aussehen. Es gibt einige
wenige Firmen, die in irgendeiner Form spenden und wenige Private, die
ebenfalls das Projekt unterstützen.
Nahezu die Hälfte der Ausgaben waren Personalkosten. Der
Hauptentwickler, Nick Mathewson, verdiente auch am besten. Danach
folgten der Projektleiter Roger Dingledine und Jacob
Appelbaum. Die Aufstellung listet weitere Personalkosten auf. Jedoch
kenne ich mich mit dem Steuerrecht nicht so gut aus und kann das daher
nicht einordnen.
Insgesamt erwirtschaftete das Projekt 2008 etwa hunderttausend
US-Dollar Überschuss.
Insgesamt zeigt sich für mich, dass Tor auch an dieser Stelle
Offenheit und Transparenz ernst nimmt. Denn die Dokumente sind nicht
nur bei Cryptome gelagert, sondern lassen sich von jeder
interessierten Person bei den Behörden einsehen. Andrew Lewman schrieb
dazu auf der Mailingliste:
Tor develops in public, meets in public, and is
generally approachable for questions, comments, or concerns. We
specifically chose to be a 501c3 for the transparency factor. We
could easily have been a for-profit entity with many willing investors
to create black box software. We believe in the right to online
anonymity and developing and improving it with Tor.
Monday, August 16. 2010
Suchst du eine Möglichkeit, kostenlos an mein Buch Anonym im Netz zu kommen? Neben den üblichen Quellen kannst du an einem Quiz teilnehmen. Fünf Fragen müssen richtig beantwortet werden und du nimmst an der Verlosung teil. Viel Erfolg.
Friday, August 13. 2010
Risiken von Suchanfragen sind in der Vergangenheit vielfältig
diskutiert worden. Die Freigabe der Suchanfragen durch AOL hat vielen
Menschen gezeigt, wie schnell sie durch ihre Suchanfragen
identifizierbar sind. Doch was kann man dagegen tun?
Die Wahl der richtigen Suchmaschine ist ein probates Mittel. Auf
der einen Seite gibt es welche, die am liebsten jeden Nutzer
identifizieren möchten. Sei es durch Logins, lebenslange
Cookies oder andere invasive Techniken. Auf der anderen Seite gibt es
Anbieter, die eben keine Cookies setzen oder sie schnell
löschen. Manche bieten verschlüsselte Suchanfragen an. Ganz neu ist
nun das Angebot, einen Tor-Server zu betreiben.
Duckduckgo (DDG) ist ein Anbieter
mit einigen vielversprechenden Ansätzen. Unter anderem machen sich die
Betreiber Gedanken zum Schutz der Privatsphäre ihrer Nutzer:
- Keine Speicherung von IP-Adresse und Browserversion
- Üblicherweise speichert fast jeder Anbieter die IP-Adresse und
andere Daten der Besucher. DDG hat sich entschlossen, weder
IP-Adresse noch die
Identifikation des Browsers zu speichern.
- Keine Cookie
- Standardmäßig verwendet die Seite
keine Cookies. Erst wenn
jemand seine Einstellungen anpasst, wird ein Cookie
gespeichert. Allerdings ist es auch möglich, die Einstellungen als
Parameter in der URL zu übergeben. Dann entfällt die Speicherung
eines Cookies.
- Verschlüsselung
- Seit langem gibt es eine verschlüsselte Seite für Suchanfragen.
- Keine Referer
- Wer auf das Suchergebnis bei den Suchmaschinen klickt, überträgt
ungewollt Informationen über seine Suchanfrage mittels des so
genannten Referer. Das ist nicht immer gewollt. DDG ist so
eingestellt, dass diese Daten nicht mehr an die Ergebnisseite
übertragen werden
- Seiten über Proxy besuchen
- DDG bietet eine so genannte Bang-Syntax. Mit einem
Ausrufezeichen und einem Befehl kann die Suche eingeschränkt oder
Zusatzfunktionen aufgerufen werden. Die Eingabe von !proxy
kubieziel.de führt direkt zu einem Aufruf meiner Webseite. Ihr
solltet dabei jedoch aufpassen. Denn bestimmte Elemente der
Webseite (Bilder, CSS) werden über eure normale Internetverbindung
geladen. Damit verschwindet der Effekt des Proxys.
Seit heute bietet Duckduckgo ein spezielles Feature, einen Tor-Server. Der
Entwickler schrieb
in seinem Blog, dass er sich entschieden hat, einen Server
aufzusetzen. Dieser leitet Verkehr innerhalb des Tor-Netzwerks weiter
und stellt für DDG einen Endpunkt dar. Das heißt, wenn ihr bei DDG
suchen wollt, kann dieser Server der Ausgang sein. Das hat den
Vorteil, dass die Abrufe unter Umständen schneller
funktionieren. Zusammen mit der verschlüsselten Seite bietet sich
guter Schutz für den Suchenden.
Probiert die Seite mit der Ente mal aus. Ich hoffe, sie gefällt euch!
Thursday, July 8. 2010
Das Tor-Projekt ist vor allem
bekannt für die gleichnamige Software. Daneben entwickeln die Macher
eine Vielzahl weiterer Software, die ebenfalls die Anonymität und
Privatsphäre seiner Nutzer stärkt. Bekannte Projekte sind Vidalia, die Erweiterung für den
Mozilla Firefox Tor-Button oder die
kürzlich vorgestellte Erweiterung HTTPS Everywhere. Jacob Appelbaum stellte kürzlich
ein weiteres Projekt ttdnsd vor. Der Name steht
für Tor
TCP
DNS Daemon
und versucht alle DNS-Verbindungen über Tor zu leiten.
Derzeit muss die Software entweder aus den Quellen
oder als Debian-Paket
installiert werden. An RPMs wird noch gearbeitet. Eine Unterstützung
für Windows ist noch nicht umgesetzt. Nach der Installation läuft die
Software als Dienst im Hintergrund. In der Datei
/etc/ttdnsd.conf befindet sich die
Konfiguration. Standardmäßig enthält diese den Nameserver von Google
mit der Adresse 8.8.8.8. Weitere Nameserver können
eingetragen werden. Ich lasse immer mal wieder namebench laufen und wähle aus der Auswertung einige
Server aus. Es empfiehlt sich, aus der Liste der
zensurfreien Server einige zu wählen. Die Anzahl der Einträge in
der Datei ist unbegrenzt. Die Software wählt bei jedem Lauf
zufälligerweise einen Eintrag aus.
Nachdem die Software eingerichtet wurde, sollte auch das eigene
System überredet werden, den ttdnsd für DNS-Anfragen zu nutzen. Im
einfachsten Fall öffnet ihr die Datei /etc/resolv.conf und
tragt dort die Zeile nameserver 127.0.0.1 ein. Wenn ihr
dynamische IP-Adressen nutzt, hat das unter Umständen den Nachteil,
dass der Eintrag bei jeder Aktualisierung überschrieben wird. Für Ubuntu würde ich daher empfehlen, in der
Datei /etc/dhcp3/dhclient.conf den Eintrag prepend
domain-name-servers 127.0.0.1; zu setzen. Dann wird der
Nameserver bei jedem Update korrekt in die /etc/resolv.conf
eingetragen. Wenn ihr nur einmalig testen wollt, könnt ihr natürlich
dem jeweiligen Programm die Adresse übergeben: dig @127.0.0.1
torproject.org oder host torproject.org
127.0.0.1.
Die Beantwortung von Anfragen über Tor dauert natürlich etwas
länger als über eine nicht anonymisierte Verbindung. Kai Raven hat in
seinem Wiki eine Beschreibung
zum DNS-Proxy pdnsd. Dieser hat einen Zwischenspeicher für
DNS-Anfragen und antwortet schneller, wenn die Ergebnisse in seinem
Speicher sind.
Der ttdnsd ist noch in Entwicklung, d.h. einige Stellen im
Quellcode müssen überarbeitet werden und derzeit kann ein Angreifer
den Anfragen an dem Server vorbei leiten. Diese Punkte sind bekannt
und sollen in den folgenden Versionen behoben werden. Ich halte die
Software schon benutzbar und kann euch einen Test nur ans Herz legen. 
Thursday, May 27. 2010
Für Freunde und Entwickler von Anonymisierungsdiensten: Mixminion, ein Remailer der dritten Generation, ist über github verfügbar. Nick Mathewson hat für den Quellcode und die Dokumentation ein Repository angelegt. Wer also Lust am Quellcode in Python hat, sollte die Quellen mal lesen. Weiterhin sind Entwickler dringend gesucht!
Tuesday, May 25. 2010
Stellt euch vor, ihr setzt im Browser ein Cookie und dieser sorgt dafür, dass ihr nicht mit Werbung belästigt werdet. Klingt doch toll, oder?
Genau das erzählte mir ein Teilnehmer des Tor-Workshops auf der SIGINT 2010.Ich stellte dort verschiedene Addons für den Mozilla Firefox vor und diskutierte einen Weg, die Verwaltung von Cookies zu optimieren. Dabei kam der Vorschlag, mittels des Addons TACO personalisierte Werbung direkt auszuschalten.
Grundlage für die Software sind Gesetze, die es Surfern ermöglichen, über den (Nicht)Erhalt von Werbung zu entscheiden. Wenn nun der Nutzer einen speziellen Cookie im Browser gesetzt hat, so muss die Firma auf weitere Werbemaßnahmen verzichten. Statt nun alle Werbefirmen abzutingeln und Cookies zu sammeln, übernimmt angeblich TACO diese Aufgabe. Plugin installieren und fertig.
Als ich mir das Plugin heute anschaute, fielen mir die negativen Bewertungen ins Auge. Seit kurzem gibt es eine neue Version und die installiert eine komplette Privacy-Suite. Das war wohl unintuitiv, nicht angekündigt und generell unerwünscht. Nun häufen sich bei den Bewertungen erstmal die Beschwerden.
Das Ansinnen von TACO klingt recht sinnvoll. Wenn ihr eine Möglichkeit findet, die alte Version zu installieren, ist das eine gute Ergänzung zu anderen Privacy-Plugins.
Daneben gibt es ein weiteres Addon für Google Analytics. Das funktioniert im Firefox, Internet Explorer und Google Chrome. Das verhindert die Kommunikation mit Google Analytics und ist sicher ein weiterer sinnvoller Bestandteil im Privacy-Baukasten.
Monday, March 22. 2010
Ende des Jahres 2009 las ich auf einer Webseite von dem Buch
„Anonymität im Internet – rechtliche und tatsächliche
Rahmenbedingungen“ von Dr. Phillip W. Brunst. Das Werk erschien als
Unterreihe „Strafrechtliche Forschungsberichte“ der Schriftenreihe des
Max-Planck-Instituts für ausländisches
und internationales Strafrechtund ist die Promotionsarbeit des
Autors. Der Untertitel „Zum Spannungsfeld zwischen einem Recht auf
Anonymität bei der elektronischen Kommunikation und den Möglichkeiten
zur Identifizierung und Strafverfolgung“ zeigt die grobe Ausrichtung
auf.
Insgesamt besteht das Buch aus 618 Seiten. Davon sind
90 Seiten Index und Literaturverweise. Der Autor nahm eine
Gliederung in drei große Teile vor. Der erste Teil behandelt auf
etwa siebzig Seiten die Grundlagen. Dort werden die Begriffe
Anonymität, Pseudonymität und Vertraulichkeit definiert und
diskutiert. Weiterhin behandelt Brunst die wirtschaftliche
Bedeutung von personenbezogenen Daten und geht auf die
technischen Grundlagen ein.
Im zweiten Teil geht es um die kriminalistische Analyse. Zunächst
diskutiert der Autor verschiedene gewollte und ungewollte
Überwachungs- und Identifizierungsmöglichkeiten von Nutzern. Im
weiteren Verlauf stellt das Buch dar, wie sich Anonymität gegenüber
verschiedenen Gruppen (Host-Provider, Access-Provider etc.) erreichen
lässt. Dabei sind Anonymisierungsdienste, wie verschiedene Remailer,
das Tor-Projekt, JonDonym, aber auch anonyme Zugänge
wie ein öffentliches WLAN das Thema. Zum Abschluss dieses Teils wird
die Anonymität auf der Ebene des Rechners beleuchtet. Das heißt, wie
können mögliche Spuren durch Verschlüsselung, sicheres Löschen
etc. verwischt werden. Der zweite Teil hat einen Umfang von über
120 Seiten.
Der Löwenanteil ist dann der dritte Teil. Hier erwarten den Leser
ca. 330 Seiten mit rechtlicher Analyse. Zuerst erfolgt eine
umfassende Analyse, wo ein eventuelles Recht auf Anonymität verankert
sein könnte. Der Autor arbeitet sich dabei von den
verfassungsrechtlichen Vorgaben über internationale Vorschriften vor
bis zu „normalen“ Gesetzen. Nunmehr stellt sich Brunst die Frage,
inwieweit die Anonymität aufgehoben bzw. eingeschränkt werden
könnte. Dabei unterteilt er den Zugriff auf bestehende Daten in
Einzelfällen, Erhebung von zukünftigen Daten in Einzelfällen und die
verdachtsunabhängige Datenerfassung. Bei diesen drei Gruppen gibt es
unterschiedliche Eingriffstiefen. Daher werden diese getrennt
behandelt. Schließlich zieht der Autor ein Fazit zu den gestellten
Beobachtungen und schließt damit das Buch ab.
Ich war sehr auf das Buch gespannt. Denn obwohl ich die technische
Seite der Anonymität recht gut kenne, war mir bislang keine
ausführliche juristische Einschätzung zum Thema bekannt. Ich hoffte,
durch diese Arbeit einen tieferen Einblick in die Thematik zu bekommen
und wurde nicht enttäuscht. In den ersten beiden Teilen des Buches,
also in mir weitgehend bekannten Inhalten,
zeigte sich, dass sich der Autor sehr tiefgreifend mit der Materie
auseinandergesetzt hat. Gerade die technischen Details wurden
unerwartet ausführlich behandelt. Bevor ich das Buch in den Händen
hielt, ging ich davon aus, dass die Technik weitestgehend außen vor
bleibt. Die Betrachtungen des zweiten Teiles werten das Buch für mich
deutlich auf. Denn so bleibt der Diskussionsgegenstand nicht nur
theoretischer Natur, sondern kann förmlich „begriffen“ werden. Das
heißt, selbst ein Laie erwirbt bei der Lektüre ein Grundverständnis zu
der in der Praxis eingesetzten Technik. Neben der sehr guten
Besprechung gibt das Buch durch Fußnoten Verweise auf weitere
Literatur. Wie in juristischen Arbeiten üblich, kann dabei der Umfang
der Fußnoten schon einmal den Umfang des Textes auf einer Seite
übersteigen.
Der dritte Teil mit der rechtlichen Analyse war für mich gut
lesbar. Der Autor präsentierte den Inhalt in einer verständlichen
Sprache. Er ging bei seiner Analyse strukturiert und logisch vor. Im
gesamten Buch gibt es zu jedem größeren Abschnitt eine Einleitung, die
die folgende Vorgehensweise beschreibt. Das hilft, dem roten Faden zu
folgen und dem Leser wird klar, was ihn auf den weiteren Seiten
erwartet.
Mir fielen im Buch keine größeren Fehler auf. Aus meiner Sicht gab
es lediglich kleinere Anmerkungen, die dem Gesamtverständnis keinen
Abbruch tun. Insgesamt kann ich die Lektüre des Buches dem
interessierten Leser nur empfehlen.
Es gibt einen vielfältigen Einblick in die Details der Anonymität und
hilft, sich durch den juristischen Dschungel zu navigieren. Für den
juristischen Laien entsteht weiterhin ein interessanter Einblick in
die Betrachtungsweise verschiedener Gesetze.
Thursday, March 11. 2010
Erst kürzliche verloste pro-linux.de fünf der Bücher "Anonym im Netz". Gerade eben erfuhr ich, dass das Linux-Magazin nachzieht. Anlässlich des Welttags gegen Internetzensur werden fünf Exemplare angeboten. Jeder, der die Frage richtig beantwortet, ist dabei. Start der Aktion ist der 12. März ab sechs Uhr in der Frühe.
Update: Datum korrigiert
Friday, March 5. 2010
Hast du dich gewundert, dass in der Logdatei von Tor viele Meldungen der Art [notice] Your IP address seems to have changed to 1.2.3.4.Updating. enthält? Dann könntest du einem Fehler in der Software aufgesessen sein. Ein Tor-Server, bei dem keine IP-Adresse fest eingestellt ist (Option Address) und dessen Hostname nicht/falsch auflöst, ermittelt seine IP-Adresse auf eigenwillige Weise. Es werden vier Byte aus dem Speicher ausgelesen und als IP-Adresse verwendet. Der Fehlerbericht 1269 hat eine Beschreibung. Mit Version 0.2.1.24 wurde das Verhalten wieder korrigiert.
Wednesday, March 3. 2010
Mittlerweile habe ich einige Blogeinträge zu der Neuauflage meines Buch "Anonym im Netz" gefunden. Alle haben sich positiv geäußert. Bei Amazon hat das Buch fünf Sterne erhalten. Die Rezension in Langversion ist im Blog unglaesern.de zu finden.
Eine zweite Rezension stammt von F!XMBR. Oliver Herold hatte mich mal angetwittert, ob ich ihm ein Autorenexemplar zusende. Ich habe ihm die zweite Auflage zugeschickt und er schreibt
Insgesamt also ein Werk, daß sich nicht nur für den Anfänger lohnt, sondern auch für jene Zeitgenossen mit tieferem Einblick, die aber ihr Wissen vervollständigen bzw. abrunden möchten. Klarer Fall von Lesetipp...
Grundsätzlich freuen mich die positiven Bewertungen. Ich hoffe, dass das Buch auch den vielen anderen Käufern gut gefällt. Wenn ihr weitere (positive wie negative) Bewertungen kennt, hinterlasst bitte einen Kommentar.
Monday, March 1. 2010
Für die Schnäppchenjäger gibt es ein Schnäppchen: Pro-Linux verlost fünf Exemplare meines Buches "Anonym im Netz". Ihr müsst euch dazu auf der Seite einloggen und eine Frage beantworten. Viel Erfolg! 
via MartinGrandrath
Friday, February 19. 2010
Als Tor-Benutzer hat man es im IRC gelegentlich schwer. Viele Admins sperren ihre Dienste und lassen Tor nicht zu. Freenode ging früher einen anderen Weg. Sie boten versteckte Services (hidden services) an. Über diese konnte man anonym chatten. Doch hier gab es offensichtlich viel Missbrauch und die Dienste blieben über lange Zeiträume abgeschalten.
Vor kurzem wechselte das Projekt auf einen neuen IRC-Server und nun kündigen sie, dass man Freenode mit Tor und SASL benutzen kann. In dem Blogposting gibt es Anleitungen für mIRC und irssi. Ich hoffe, dass es im Wiki des Tor-Projektes bald weitere Benutzungshinweise für andere Software gibt. Mein Lieblingschatprogramm weechat unterstützt ab der Version 0.3.2 SASL. Dort müssen die Optionen irc.server_default.sasl_mechanism, irc.server_default.sasl_username und irc.server_default.sasl_password gesetzt sein.
Viel Spass beim Chatten über Tor! 
Im Tor-Blog ist zu lesen, dass Tor nun auch auf dem Nokia N900 (Maemo) läuft. Derzeit zwar noch experimentell aber immerhin. Falls du ein N900 hast, lies dir die Anweisungen durch und freue dich über Tor auf deinem Telefon.
Für Freunde des Radios gibt es das Chumby One und auch hier kannst du ein Tor laufen lassen. 
Monday, December 28. 2009
Der erste Tag des 26C3 liegt hinter mir und er war sehr
intensiv. Wir kamen gegen Mittag in Berlin an, vor dem bcc stand
bereist eine Schlange und als ich reinkam, hörte ich, dass alle
Tickets ausverkauft waren. Glücklicherweise brauchte ich als
Vortragender keine Tickets. 
Direkt nach der Keynote von Frank begann mein Vortrag. Ursprünglich
rechnete ich mich etwa 200 Besuchern. Umso erschrockener war ich
als sich nach meinen Berechnungen knapp 1000 Leute im Saal
einfanden. Entsprechend nervös begann ich. Jedoch legte sich die erste
Nervosität schnell und ich konnte die geplanten Punkte
rüberbringen. Das Maskottchen von der Stoppseite
der Vereinigten Arabischen Emirate fand ebenso Gefallen. Insgesamt
war der Vortrag aus meiner Sicht gut gelungen und die Kommentare der
Zuhörer bestätigten den Eindruck.
Der Vortrag zu Wikileaks war
für mich dann der Highlight des Tages. Nach einer Einführung zum
Projekt stellten die Macher dann die spektakuläre Idee vor. Island
wurde in der Vergangenheit sehr stark von der Finanzkrise gebeutelt
und bei deren Kaupthing-Bank fand geradezu eine Plünderung
statt. Wikileaks sorgte dafür, dass die daran beteiligten Firmen
veröffentlicht wurden. Die Einwohner des Landes waren extrem dnkbar
dafür und haben keine Lust mehr auf diverse Finanzhaie. Stattdessen
hat sich die Regierung den Plänen der Wikileaks-Macher
angeschlossen, aus Island ein Offshore-Information-Center ähnlich
den Offshore-Finanz-Centern zu machen. Das heißt, die Legislative
werden demnächst ein Gesetz einbringen, die Pressefreiheit,
Informantenschutz und Recht auf Anonymität garantieren. Weiterhin
bietet das Land die Ressourcen, um Datencenter zu betreiben. Wenn
das klappt, wäre das ein großer Schritt in die richtige
Richtung. Wikileaks bittet daher um Unterstützung. Entweder sollen
Interessierte direkt mit nach Island kommen, um die Abgeordneten zu
überzeugen oder man kann auch vom Festland aus über die Pläne
berichten. Ich bin sehr gespannt, ob das klappt.
Roger Dingledine vom Tor-Projekt erzählte ebenfalls ein wenig über Zensur und wie Tor
mit den Brückenservern bei der Umgehung hilft. Für mich brachte der
Vortrag wenig neues. Aber es ist immer wieder schön, die Personen vom
Projekt zu treffen und ein paar Worte zu wechseln.
Grundsätzlich verbrachte ich große Teile des Tages mit Gesprächen,
dem Austausch von Ideen und ähnlichen. Gegen zwei Uhr war der Tag zu
Ende und mit Vorfreude auf die weiteren Tage ging es dann ins Bett.
Tuesday, November 17. 2009
Durch den Remailer, den ich unter der Domain Anonymitaet-im-inter.net betreibe, habe ich hin und wieder Kontakt zu Polizeibehörden. In der Regel erfolgt die Kontaktaufnahme telefonisch und dem Gesprächspartner ist schnell klar, worum es hier geht. Vor kurzem erhielt ich nun eine Einladung zu einer Zeugenaussage.
Nach dem unten stehenden Video von Udo Vetter weiß ich ja, dass man auch als Zeuge den Mund halten sollte. Nichtsdestotrotz rief ich bei der Polizei an. Auf die Frage nach dem Hintergrund meinte derjenige, dass ich IP-Adressen vermiete. Ich mache vieles, aber die Vermietung von IP-Adressen gehört definitiv nicht dazu. Aber, so erklärte mir mein Gegenüber, ich betreibe doch den Server anonymitaet-im-internet.de mit der IP-Adresse A.B.C.D und unter der vermiete ich IP-Adressen. Zunächst versuchte ich klar zu machen, dass die Top-Level-Domain nicht .de, sondern .net ist. Hierbei schien es sich um einen Übermittlungsfehler zu handeln. Schließlich erklärte ich noch, dass ich keine IP-Adressen vermiete, sondern lediglich Dritten erlaube, E-Mails über den Dienst Mixmaster zu versenden. Der Polizist hörte sich die Ausführungen an, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass meine Erklärungen zum Verständnis beitrugen. 
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