Google hilft den Piraten! Der Internetkonzern schwächt unsere
Sicherheitsarchitektur! So oder so ähnlich könnten demnächst Klagen
lauten. Mit Piraten sind dabei durchaus die Seeräuber und nicht die
gleichnamige Partei gemeint. Doch warum handelt sich Google derartige
Klagelieder ein?
Das U.S. Naval Institute
organisierte kürtlich die 2012
Joint Warfighting Conference and Exposition. Neben namhaften
US-Generälen und Admirälen sprach dort Michael
Jones, der Chief Technology Advocate von Google Ventures. Jones
stellte zwei neue Projekte vor. Beide konzentrieren sich auf
Informationen zur See.
Ein Angebot will alle Schiffe, die sich auf den Flüssen und Meeren
bewegen, verfolgen. Bereits jetzt gibt es Seiten wie Vesselfinder, MarineTraffic und
andere. Diese Seiten zeigen die Schiffe meist in der Nähe des Ufers
an. Google will den Dienst auch auf die Weltmeere ausweiten. Dazu
bedient es sich des Automatic Identification Systems (AIS) . Das System besteht aus
einer GPS-Einheit sowie aus einem Sender. Die Sender auf den Schiffen
reichen bis ca. 20 nautische Meilen. Wenn die Antennen auf dem Land
höher montiert werden, so steigt die Reichweite auf etwa 60 nautische
Meilen. AIS soll zm einen Schiffe vor Kollisionen schützen und zum
anderen sollen die Häfen den Verkehr besser steuern können.
Google nutzt Satelliten, um die Position der Schiffe zu
ermitteln. Nach Jones’ Worten gibt Google drei Millionen Dollar für
das Programm aus. Er wird mit den Worten zitiert: »I watch them and
they can’t see themselves. It angers me as a citizen that I can do
this and the entire DoD can’t.« Doch was wir dann sehen können, kann
eben auch ein Pirat in Somalia sehen. Das heißt, eventuell wird es
denen erleichtert, die Schiffe auszuwählen. Auf der anderen Seite
fahren in der Region die meisten Schiffe schon in dem Bereich der von
AIS und den betreffenden Webseiten eh erfasst wird. Insofern fördert
das Projekt aus meiner Sicht nicht die Piraterie. Eventuell wird durch
die öffentliche Diskussion der eine oder andere Pirat mit der Nase auf
die Möglichkeiten gestossen. Militäraktionen werden wohl ebenso nicht
gestört. Denn jedes Schiff kann die AIS-Anlage ausschalten. Damit ist
das Schiff quasi unsichtbar.
Das zweite Projekt kartografiert den Meeresboden. Google hat
Testläufe mit einem unbemannten Sensor gemacht. Dieser macht Bilder
vom Untergrund und setzt diese dann zusammen. Am Ende hat der Nutzer
eine Art Google Streetview für das Meer, also Google Sea View. 
Das könnte auf der einen Seite natürlich Schatzsucher
aktivieren. Endlich könnte Atlantis oder das Bernsteinzimmer gefunden
werden. Gleichzeitig besteht seitens der Militärs die Angst, dass auch
Leute abgestürzte Spionagesatelliten oder ähnliches suchen. Jones meint darauf ganz richtig, dass
andere Länder das ganz genau wie Google machen könnten. Während Google
die US-Regierung informiert, halten sich andere Länder sicher nicht
daran.
Ich denke, hier sind zwei spannende Angebote unterwegs und bin sehr
gespannt, wann die online gehen.
via: AOL
Defense: Google Can Track Ships At Sea -- Including US Navy; Detailed
Maps Planned of Sea Bottom und AFCEA:
Deep Blue Sea to Give Up Its Secrets to Google
Update: Klar gemacht, dass man abgestürzte Satelliten finden könnte.