Ich habe gerade das Blog auf den neuesten Stand gebracht. Jetzt läuft hier ein Serendipity 1.5.2. Für euch sollte sich nichts ändern. Falls es Probleme gibt, hinterlasst einen kurzen Kommentar.
Als Tor-Benutzer hat man es im IRC gelegentlich schwer. Viele Admins sperren ihre Dienste und lassen Tor nicht zu. Freenode ging früher einen anderen Weg. Sie boten versteckte Services (hidden services) an. Über diese konnte man anonym chatten. Doch hier gab es offensichtlich viel Missbrauch und die Dienste blieben über lange Zeiträume abgeschalten.
Vor kurzem wechselte das Projekt auf einen neuen IRC-Server und nun kündigen sie, dass man Freenode mit Tor und SASL benutzen kann. In dem Blogposting gibt es Anleitungen für mIRC und irssi. Ich hoffe, dass es im Wiki des Tor-Projektes bald weitere Benutzungshinweise für andere Software gibt. Mein Lieblingschatprogramm weechat unterstützt ab der Version 0.3.2 SASL. Dort müssen die Optionen irc.server_default.sasl_mechanism, irc.server_default.sasl_username und irc.server_default.sasl_password gesetzt sein.
Im Tor-Blog ist zu lesen, dass Tor nun auch auf dem Nokia N900 (Maemo) läuft. Derzeit zwar noch experimentell aber immerhin. Falls du ein N900 hast, lies dir die Anweisungen durch und freue dich über Tor auf deinem Telefon.
Für Freunde des Radios gibt es das Chumby One und auch hier kannst du ein Tor laufen lassen.
Ich begab mich heute morgen auf die Suche nach der Internetadresse des LKA Thüringen. Google weiß ja immer alles besser und schlug mir vor besser das BKA Thüringen zu suchen:
Ein Klick auf den Link brachte mir allerdings auch wieder nur die Homepage des LKA. Dabei dachte ich, ich hätte den geheimen Stützpunkt enttarnt und die Weltverschwörung aufgedeckt.
In einem Moment von Langeweile blätterte ich in den Zahnärztlichen Mitteilungen. Diese Zeitschrift ist ein Fachblatt für Zahnärzte und behandelt neben der Standespolitik und Fachthemen auch interessante Nebenthemen wie Finanzen oder IT. In der Ausgabe 3 des laufenden Jahres gibt es einen Artikel zu One-Click-Hostern, wie Rapidshare. Gleich zu Anfang des Artikels ist zu lesen:
User X legt seine Daten - vom Röntgenbild bis zum Homemovie - auf einem Server im Internet ab [...]
Für mich sind die Daten bei One-Click-Hostern quasi öffentlich. Nun stelle sich mal vor, es etabliert sich bei Ärzten, Röntgenbilder und Patientenakten über Rapidshare zu tauschen. Dann ist gänzlich ohne elektronische Gesundheitskarte die Privatsphäre dahin ...
Gerade in einem Artikel für Ärzte wäre aus meiner Sicht mehr Sorgfalt angebracht und es sollte auf alle Risiken hingewiesen werden. Zwar gibt es am Ende des Artikels einen obligatorischen Hinweis auf Viren und Malware. Jedoch fehlt der wichtigere Hinweis, dass über derartige Plattformen auf keinen Fall Patientendaten getauscht werden sollten.
Der Tag der Blumenläden und des Blumenversands, auch Valentinstag genannt, naht wieder. Die Werbung macht uns schon jetzt Glauben, dass wir viele Blumen an alle, die wir lieben, verschenken sollen. Doch mögen wir nicht auch Freie Software? Viele von uns nutzen sie tagein, tagaus. Die Programmierer arbeiten an der Verbesserung und der Behebung von Fehlern. Dabei erhalten sie sehr oft keinen Dank. Die FSFE will das ändern und ruft zum I ? Free Software auf.
Was könnt ihr an diesem Tag tun? Die FSFE hat folgende Vorschläge:
Sage einfach mal Dankeschön
Schicke Schokolade
Kaufe den Leuten ein Bier.
Natürlich kannst du Geld spenden, Bücher kaufen oder, sofern einer in deiner Nähe ist, einen Entwickler umarmen.
Die PIRATEN aus Jena
suchen Angaben zum DSL-Ausbau der Stadt. Hierzu haben sie eine
spezielle Breitband-Seite
geschaffen. Dort findet sich eine aktuelle Ansicht per Google
Maps. Wenn ihr einen Account habt, könnt ihr bei Google Maps selbst
euren Standort eintragen (Ggf. gibt es bei Bugmenot
Logins). Andernfalls schreibt eine E-Mail an breitband@piraten-jena.de. Dann
wird euer Standort ebenfalls mit eingetragen.
Schülerinnen und Schüler aufgepasst! Habt Ihr Interesse an den Hintergründen der Informatik? Dann besucht am Samstag die Uni Jena. Zum Tag der Informatik 2010 erzählen euch Professoren aus der Fakultät für Informatik sowie Fachleute aus der Praxis Details aus deren täglicher Arbeit. Die Themen umfassen Biometrie, Geometrie und die Diagnose technischer Systeme. Zum krönenden Abschluss wird es dann eine Podiumsdiskussion geben. Experten vom CCC, aus der Informatik und der Jurisprudenz diskutieren, ob die Informatik zum Totengräber der Privatsphäre wird. Es klingt spannend. Ich würde mich freuen, wenn sich am Samstag zwischen 11 und 15 Uhr viele aufraffen und in den Hörsaal 4 am Ernst-Abbe-Platz kommen. Viel Spass bei der Veranstaltung.
So gestern ist das erste Großprojekt beendet. Die zweite Auflage meines Buches Anonym im Netz ging in den Druck. Mitte bis Ende des Monats sollte es somit im Buchhandel erhältlich sein. Wenn du das Buch liest, würde ich mich über eventuelle Kommentare, Anregungen, Hinweise etc. sehr freuen.
Ich habe das Buch von der ersten Seite gelesen und erneuert. Dabei
blieb kein Buchstabe auf dem anderen.¹ Ursprünglich
gab es ein Kapitel, welches die komplette Theorie zu den verschiedenen
Anonymisierungsdiensten beschrieb und dann zu jedem Dienst ein eigenes
Kapitel. Verschiedene Leser fanden diese Aufteilung verwirrend
bzw. unlogisch. Nun gibt es ein Kapitel zu jedem Dienst, in dem sind
Theorie und Praxis enthalten. Damit habe ich der Kritik Rechnung
getragen und hoffe, den Lesern wird es gefallen.
Anonyme bzw. pseudonyme Proxys, wie beispielsweise morphium.info, sind nun auch ein
Thema. Daneben habe ich einige Erweiterungen für den Firefox
ergänzt. Das Kapitel zu Tor bekam eine längere Erläuterung zu den
Brückenservern sowie zum neuen Verzeichnisdesign dazu natürlich neue
Grafiken und aktualisierte Informationen. JonDonym beinhaltet den
JonDoFox sowie die portablen Anwendungen. Schließlich kam ein komplett
neues Kapitel zu I2P dazu. Alles in allem gibt es 35 neue Seiten
und ungezählte Aktualisierungen.
Ich hoffe, euch gefällt die Neuauflage und die Tipps helfen, euch
anonym(er) im Netz bewegen zu können.
Ich werde nun das nächste Großprojekt in Angriff nehmen. Der Umfang ist wahrscheinlich größer als beim Buch. Wenn es soweit ist, könnt ihr hier sicher etwas dazu lesen.
Wer heute abend noch nichts vor hat, kann sich zu einer kleinen Gruppe von Leuten in den Raum 315 am Carl-Zeiss-Platz in Jena gesellen. Unter dem Titel Von ACTA bis Zensur — Der Einfluss der Musikindustrie auf unsere Rechtsprechung werde ich ab 18 Uhr etwas zum Thema erzählen.
Aus der Ankündigung:
Vor 30 Jahren hieß es "Home taping is killing music". Heute ist Piracy der Killer. Neben knackigen Parolen bietet die Musikindustrie heute handfeste Lobbyarbeit und greift in die Gesetzgebung ein. Der Vortrag beleuchtet das Verhalten und die Strategien der beteiligten Akteure an einigen Beispielen.
Wenn man das Interview mit zu Guttenberg liest, könnte man glauben, das zarte Pflänzchen Datenschutz beginnt auch bei der Regierung zu sprießen:
Ich glaube, dass man hochsensibel damit umgehen sollte und [..] manche vorauseilende Lust auf Daten auch einer solchen Überprüfung standhalten muss. Diese Prüfung ist vorzunehmen, und wenn ich Herrn Finanzminister Schäuble richtig verstanden habe, hat er sich schon sehr skeptisch geäussert. Ich kann diese Skepsis nur teilen.
Klingt doch gut, oder? Leider geht es Herr zu Guttenberg in dem Interview nur um die Kontodetails der Steuerbetrüger ...
Als ich das untenstehende Video anschaute, musste ich über die Meldung The sytem is officially dead. schmunzeln. Vielen Windows-Nutzern wird es wohl anders gehen, wenn ihr Rechner vom Virus Win32.Worm.Zimuse befallen ist. Leider bemerken es diese erst, wenn alles zu spät ist.
Nach der Beschreibung bei BitDefender kommt der Virus über dubiose IQ-Testseiten auf den Rechner und kopiert sich an verschiedene Stellen der Festplatte. Er stellt auch sicher, dass er beim Booten ausgeführt wird. Danach passiert nichts. Je nach Variante des Virus' kommt das Unheil nach 20 oder 40 Tagen. Zimuse überschreibt die ersten 50 kB des Master Boot Record und damit kann der Rechner nicht mehr booten. Adieu schönes Windows. (Na gut, mit dem richtigen Backup kann man da auch nur schmunzeln. Aber wer hat das schon ...)
Wer ein wenig im Web unterwegs ist, findet immer wieder interessante, nützliche und nutzlose Dienste. Ich stolperte kürzlich über Webnumbr. Das ist eine JavaScript-Anwendung, mit der sich beliebige Zahlen aus Webseiten extrahieren und als Diagramm darstellen lassen. Dazu gibt man auf der Webseite die URL ein. Webnumbr lädt die betreffende Seite und man klickt die gewünschte Zahl an. Danach muss noch ein Titel vergeben werden. Fertig!
Bisher gibt es verschiedene Sachen. Ich habe beispielsweise mal die Anzahl meiner Follower bei Twitter zeichnen lassen:
Andere lassen sich anzeigen, welcher Tag heute ist.
Mir gefällt insbesondere die Einfachheit mit dem man hier zu Grafiken kommt. Es ist nicht notwendig, APIs zu lesen, Code zu schreiben etc. Stattdessen genügen ein paar Klicks und fertig ist der Lack.
Bei meinen Vorträgen zur weltweiten Zensur stelle ich zu Anfang immer klar, dass es nur um eine kleine Auswahl von Ländern geht, die irgendwie "interessante" Maßnahmen benutzen. Die OpenNet Initiavtive hat versucht, die konkrete Zahl an Internetbenutzern zu bestimmen, die weltweit Zensur unterliegen. Sie kam auf über eine halbe Milliarde Menschen. Insgesamt wurden 40 Länder identifiziert, die Benutzer einschränken. Nicht dabei sind u.a. England und Rußland. Denn in ersterem wird nur wenig und relativ gezielt gefiltert und Rußland beginnt gerade erst mit der Umsetzung.
Ich hoffe, dass diese Erhebung regelmäßig gemacht wird. Aus meiner Sicht ist zu erwarten, dass die Zahl kontinuierlich steigt. Denn einerseits wächst die Zahl der Internetnutzer und andererseits erkennen immer mehr Staaten den zweifelhaften Nutzer von Zensur.