Wenn man das Interview mit zu Guttenberg liest, könnte man glauben, das zarte Pflänzchen Datenschutz beginnt auch bei der Regierung zu sprießen:
Ich glaube, dass man hochsensibel damit umgehen sollte und [..] manche vorauseilende Lust auf Daten auch einer solchen Überprüfung standhalten muss. Diese Prüfung ist vorzunehmen, und wenn ich Herrn Finanzminister Schäuble richtig verstanden habe, hat er sich schon sehr skeptisch geäussert. Ich kann diese Skepsis nur teilen.
Klingt doch gut, oder? Leider geht es Herr zu Guttenberg in dem Interview nur um die Kontodetails der Steuerbetrüger ...
Als ich das untenstehende Video anschaute, musste ich über die Meldung The sytem is officially dead. schmunzeln. Vielen Windows-Nutzern wird es wohl anders gehen, wenn ihr Rechner vom Virus Win32.Worm.Zimuse befallen ist. Leider bemerken es diese erst, wenn alles zu spät ist.
Nach der Beschreibung bei BitDefender kommt der Virus über dubiose IQ-Testseiten auf den Rechner und kopiert sich an verschiedene Stellen der Festplatte. Er stellt auch sicher, dass er beim Booten ausgeführt wird. Danach passiert nichts. Je nach Variante des Virus' kommt das Unheil nach 20 oder 40 Tagen. Zimuse überschreibt die ersten 50 kB des Master Boot Record und damit kann der Rechner nicht mehr booten. Adieu schönes Windows. (Na gut, mit dem richtigen Backup kann man da auch nur schmunzeln. Aber wer hat das schon ...)
Wer ein wenig im Web unterwegs ist, findet immer wieder interessante, nützliche und nutzlose Dienste. Ich stolperte kürzlich über Webnumbr. Das ist eine JavaScript-Anwendung, mit der sich beliebige Zahlen aus Webseiten extrahieren und als Diagramm darstellen lassen. Dazu gibt man auf der Webseite die URL ein. Webnumbr lädt die betreffende Seite und man klickt die gewünschte Zahl an. Danach muss noch ein Titel vergeben werden. Fertig!
Bisher gibt es verschiedene Sachen. Ich habe beispielsweise mal die Anzahl meiner Follower bei Twitter zeichnen lassen:
Andere lassen sich anzeigen, welcher Tag heute ist.
Mir gefällt insbesondere die Einfachheit mit dem man hier zu Grafiken kommt. Es ist nicht notwendig, APIs zu lesen, Code zu schreiben etc. Stattdessen genügen ein paar Klicks und fertig ist der Lack.
Bei meinen Vorträgen zur weltweiten Zensur stelle ich zu Anfang immer klar, dass es nur um eine kleine Auswahl von Ländern geht, die irgendwie "interessante" Maßnahmen benutzen. Die OpenNet Initiavtive hat versucht, die konkrete Zahl an Internetbenutzern zu bestimmen, die weltweit Zensur unterliegen. Sie kam auf über eine halbe Milliarde Menschen. Insgesamt wurden 40 Länder identifiziert, die Benutzer einschränken. Nicht dabei sind u.a. England und Rußland. Denn in ersterem wird nur wenig und relativ gezielt gefiltert und Rußland beginnt gerade erst mit der Umsetzung.
Ich hoffe, dass diese Erhebung regelmäßig gemacht wird. Aus meiner Sicht ist zu erwarten, dass die Zahl kontinuierlich steigt. Denn einerseits wächst die Zahl der Internetnutzer und andererseits erkennen immer mehr Staaten den zweifelhaften Nutzer von Zensur.
Die LUG Jena oder besser die Python-User-Group Jena will demnächst einen Vortrag zu automatischen Softwaretests halten. Solltest du Interesse haben und in den nächsten zwei Monaten in Jena verweilen, nimm an der untenstehenden Abstimmung teil. Ich werde den resultierenden Termin rechzeitig ankündigen.
This utility, isolate, runs processes in a chroot-ed environment, with constrained resource limits, as a random UID, and with limited access to the X server.
Rhetorik
von Leyen für Laien war das Thema unserer gestrigen
Abendunterhaltung. Martin
Haase, Linguistikprofessor an
der Universität Bamberg, analysierte in seinem Vortrag auf dem 26C3 den Rhetorikstil der ehemaligen
Familienministerin Ursula von der Leyen anhand der Argumentation zum Zugangserschwerungs-
oder Zensurerleichterungsgesetz.
Anhand verschiedener Reden zeigte der Wissenschaftler, wie von der
Leyen immer wieder dieselben einfachen rhetorischen Kniffe benutzt und
ohne Argumente zu nennen Sympathiepunkte beim Publikum sammelt. Insbesondere
interessant war zu sehen, dass an den Stellen, wo eigentlich sachliche
Argumente zu erwarten wären, nur Allgemeinplätze kommen oder persönliche
Angriffe gestartet werden.
Der Vortrag war unterhaltsam und sehr informativ. Es lohnt sich,
den mehrmals anzuschauen und das erworbene Wissen bei Politikerreden
anzuwenden. Ganz in dem Sinne wünscht sich Martin Haase auch mehr
Texthacker, die kreativ Reden auseinandernehmen und neu
zusammensetzen.
Den Vortrag gibt es als MPEG-4-Datei
(720 MB) oder als Torrent
zum Runterladen oder unten zum Anschauen als Stream .
Jemand war so freundlich, meinen Vortrag beim 26C3 bei YouTube hochzuladen. Somit könnt ihr den im Browser anschauen. Andere Möglichkeiten zum Anschauen verrät euch die Seite zu den Konferenzaufzeichnungen im Wiki. Kommentare sind herzlich willkommen. Inhaltliche Ergänzungen könnt ihr gern direkt in dem Wikieintrag des Landes vornehmen.