Bei meiner letzten Fahrt brauchte ich mal wieder ein Auto mit einem
großen Kofferraum. Für ein paar Euro mehr gab es ein Angebot, einen
5er BMW Touring oder Mercedes E-Klasse T-Modell zu bekommen. Beides
klang vielversprechend und so buchte ich.
Entgegen meinen Erwartungen gab es dann einen BMW X3. Zumindest dem
Papier nach eine wesentlich höhere Klasse. Doch schon beim Einsteigen
hatte ich den Eindruck, in einen betagten Wagen zu steigen. Obwohl
gerade ein halbes Jahr alt, klapperten die Türen und die
Innenausstattung wirkte auf mich nicht mehr zeitgemäß. Zumindest im
Vergleich mit der aktuellen 3er und 5er Reihe. Einen weiteren Schock
trieb mir der Blick auf den Durchschnittsverbrauch meiner Vorgänger in
die Beine. Laut der Anzeige hatten sie 11,5 Liter pro
100 Kilometer gebraucht. Ich war gespannt.
Nachdem ich wieder zu Hause angekommen war, musste das Auto beladen
werden. Der BMW-typisch kleine Kofferraum reichte gerade für
Kinderwagen und -bett sowie eine Reisetasche. Die anderen Artikel
verstauten wir dann in der Fußgrube der Rückbank und fragten uns, was
wird, wenn die Kinder so groß sind, dass deren Beine in die Fußgrube
reichen.
Florian entdeckte für sich die vielen Verstellmöglichkeiten des
Fahrersitzes. Da ist es wirklich wohltuend, dass man die Stellung
speichern kann. Ein Druck auf die richtige Taste und schon wird der
Sitz vom Liegesitz wieder in die richtige Position gefahren.
Weiterhin finde ich das Navigationssystem der BMWs richtig gut. Es
werden richtige Karten angezeigt, die Stimme nervt weder durch die
Stimlage noch durch unnötige Ansagen. Das Sytem fand auch recht
obskure Straßen und leitete uns sicher hindurch. Streckenabweichungen
werden ebenfalls sehr schnell erkannt und korrigiert.
Ein Manko ist die automatische Lichtzuschaltung. Wie viele der
aktuellen Fahrzeuge hat auch BMW einen Automatikschalter, der bei zu
geringen Helligkeit dafür sorgt, dass das Abblendlicht eingeschalten
wird. Beim schnellen Wechsel zwischen dunklen und hellen Passagen
dauerte es aus meiner Sicht viel zu lange, bis das Licht angeschalten
wurde. Ford z.B. hat da eine viel schnellere Zuschaltung. Für das
Abschalten gilt der gleiche, negative Effekt. Bei Helligkeit schaltete
der BMW zu schnell ab.
Die Klimaanlage vermittelte mir auch das Gefühl, in einem älteren
Modell zu sitzen. Denn gerade bei älteren Anlagen bekomme ich quasi
sofort nach dem Anschalten Halsschmerzen. Andere BMW-Modelle oder
Automarken machen da etwas anders, denn der Effekt ist mir dort seit
längerer Zeit nicht mehr aufgefallen. Umso überraschter war ich, als
es mir im X3 genauso ging. Glücklicherweise gab es ein hervorragendes
Sonnendach, wie schon beim E91.
Die Fahrt zur Tankstelle zeigte, dass meine Sorgen unberechtigt
waren. Durchschnittlich verbrauchten wir 8,5 l. Wenn man
einrechnet, dass ich meist recht zügig fuhr, könnte der Verbrauch bei
sparsamer Fahrweise bei oder unter 8 Litern liegen.
Beim Abgeben des Autos waren wir uns einig, dass dies nicht der
passende Wagen für uns ist. Neben den oben dargestellten Punkten fiel
auch auf, dass man beim Aussteigen permanent an der Türleiste
schleift. Das wirkt sich gerade bei Regenwetter nicht besonders gut
auf Hosen aus ...
Foto von I Ball